Verkehrsleitkegel / Leitkegel

 
 

Leitkegel sind vornehmlich für den vorübergehenden Einsatz vorgesehen, daher z.B. für die Absicherung von Einsatz- und Unfallstellen durch Polizei und Feuerwehr, der professionellen Pannenhilfe, sowie im Rahmen von Schwertransporten. Im Anwendungsbereich der RSA ist der Einsatz auf Arbeitsstellen von kürzerer Dauer beschränkt. Leitkegel sind demzufolge nicht als dauerhafte Verkehrseinrichtung vorgesehen. Der durchgehende Einsatz über mehrere Tage bzw. Wochen ist daher unzulässig und im Bezug auf Diebstahl und Vandalismus auch unzweckmäßig.

 
     
 

Leitkegel zählen zu den Verkehrseinrichtungen nach Anlage 4 zu § 43 (3) StVO. Entsprechend ergibt sich insbesondere aus der VwV-StVO die Maßgabe, dass sie voll retroreflektierend ausgeführt sein müssen. Es dürfen daher im Anwendungsbereich von StVO und RSA nur Leitkegel zum Einsatz kommen, bei denen beide Farben (Rot und Weiß) retroreflektierend ausgeführt sind. Die preiswerten, fluoreszierenden (tagesleuchtenden) Leitkegel, verfügen zwar über eine bessere Tagessichtbarkeit, entsprechen aber vor allem bei Dunkelheit nicht dem Verkehrszeichenbild 610. Dies trifft auch auf teilreflektierende Leitkegel zu, bei denen nur die weißen Ringe reflektieren. In der Regel scheitert deren Einsatz unter Maßgabe der StVO schon an der Tagesichtbarkeit (Orange anstelle von Rot, Silber bis Grau anstelle von Weiß).

Zeichen 610 StVO am Tag und bei Dunkelheit

 
     
 

 
 
 

 
 
 

Von allen abgebildeten Kegeln entsprechen lediglich die beiden TL-Leitkegel den Anforderungen der StVO.

 
     

 

visuelle Ausführungen / Erläuterung der Fachbegriffe

 

 

Leitkegel werden in verschiedenen Ausführungen angeboten, welche sich maßgeblich durch den mechanischen Aufbau und die visuellen Eigenschaften unterscheiden. Bei der Frage, welcher Leitkegel für das jeweilige Einsatzgebiet der richtige ist, kann der Anwender schnell den Überblick verlieren, zumal Beschreibung und Abbildungen insbesondere in Onlineshops nicht immer übereinstimmen. Dann ist zwar ein vollreflektierender Leitkegel abgebildet, beschrieben und geliefert wird hingegen nur die fluoreszierende Variante.

Fluoreszierende Materialen (tagesleuchtend) wandeln den unsichtbaren UV-Anteil (z.B. des Sonnenlichts) in sichtbares Licht um. Sie wirken daher in Vergleich zu anderen Farben deutlich kräftiger. Ein klassisches Beispiel sind z.B. Warnwesten oder die bekannten Neonfarben. All dies ist nicht zu verwechseln mit der Phosphoreszenz (nachleuchtend), also Materialien die zunächst mit Licht angeleuchtet werden müssen und dann schwaches Licht (meist grünlich) über eine bestimmte Zeit wieder abgeben. Hier sind insbesondere nachleuchtende Fluchtwegschilder oder im einfachsten Fall die Zahlen und Punkte auf einem analogen Wecker zu nennen. Phosphoreszierende Materialen finden in der Verkehrstechnik keine Anwendung.

Retroreflexion beschreibt die Eigenschaft, auftreffendes Licht wieder zurück zur Lichtquelle zu reflektieren. Das Scheinwerferlicht wird somit von Verkehrszeichen, Markierungen und eben auch Leitbaken und Leitkegeln zurück zum Scheinwerfer des Fahrzeugs und damit letztendlich auch zum Fahrzeugführer reflektiert. Die Retroreflexion ist damit ein wichtiges Kriterium für die Sichtbarkeit von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen bei Nacht.

 
     

 

vollreflektierende Ausführung

 

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

vollreflektierende Leitkegel am Tag

 

vollreflektierende Leitkegel bei Dunkelheit (im Scheinwerferlicht)

 
     
 

Vollreflektierende Leitkegel bieten als einzige Ausführung die erforderliche Tag- / Nachtgleichheit gemäß StVO. Die relevanten Flächen haben in beiden Fällen das gleiche Erscheinungsbild und entsprechen somit zu jeder Zeit dem Zeichen 610. Folglich ist nur diese Ausführung im Anwendungsbereich von StVO und RSA zulässig. Eine Ausnahme stellen in diesem Fall die 30cm hohen Leitkegel dar - hier gibt es bisweilen noch keine Variante, die der StVO entspricht - mehr dazu später.

 
     
 

Reflexionsklasse / Reflexfolie

 
     
 

Typ A (RA1 Aufbau A)

Detail

Typ B (RA2 Aufbau B)

Detail

 
     
 

Beim Einsatz vollreflektierender Leitkegel ist die Reflexions- bzw. Rückstrahlklasse von Bedeutung. Der Typ A versteht sich als Mindestanforderung und ist mit der Klasse RA1 Aufbau A vergleichbar (ehemals Typ I). Insbesondere auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen werden vorrangig Leitkegel vom Typ B gefordert - vergleichbar mit der Klasse RA2 Aufbau B (ehemals Typ II). Im Zuge der Überarbeitung der RSA wird künftig für alle Verkehrseinrichtungen die Klasse RA2 gefordert - folglich sind dann auf allen Straßen nur noch Leitkegel vom Typ B einzusetzen. Ausnahmen (Typ A) müssen begründet und mit der zuständigen Behörde abgestimmt sein.

 
     

 

teilreflektierende Ausführung (unzulässig nach StVO und RSA)

 

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

teilreflektierende Leitkegel am Tag

 

teilreflektierende Leitkegel bei Dunkelheit (im Scheinwerferlicht)

 
     
 

Bei teilreflektierenden Leitkegeln sind nur die weißen Ringe retroreflektierend ausgeführt. Der Grundkörper und damit letztendlich auch die "roten" Ringe reflektieren das Licht bei Dunkelheit nicht zurück zum Fahrzeugführer. Teilreflektierende Leitkegel entsprechen deshalb insbesondere bei Dunkelheit nicht den Anforderungen der StVO, da in diesem Fall die roten Ringe fehlen (Zeichen 610). Bei Tageslicht sorgt der meist fluoreszierende Grundkörper für eine gute Sichtbarkeit - jedoch in der Farbe Orange - was ebenfalls nicht der StVO entspricht. Das weiße Reflexmaterial reflektiert zwar bei Dunkelheit weiß, ist bei Tageslicht jedoch grau bis dunkelgrau. Die genannten Eigenschaften sorgen dafür, dass teilreflektierende Leitkegel sowohl am Tag, als auch bei Dunkelheit nicht dem Zeichen 610 entsprechen. Sie dürfen deshalb im Anwendungsbereich von StVO und RSA (daher vornehmlich im öffentlichen Verkehrsraum) nicht eingesetzt werden.

 
     

 

fluoreszierende Ausführung (unzulässig nach StVO und RSA)

 

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

 

 

30cm

 

50cm

 

75cm

 

100cm

 

fluoreszierende Leitkegel am Tag

 

fluoreszierende Leitkegel bei Dunkelheit (im Scheinwerferlicht)

 
     
 

Fluoreszierende bzw. tagesleuchtende Leitkegel bieten überhaupt keine retroreflektierenden Flächen. Bei Tageslicht sorgt der meist fluoreszierende Grundkörper für eine gute Sichtbarkeit - jedoch in der Farbe Orange - was nicht der StVO entspricht. Zumindest die weißen Streifen sind im Vergleich zur teilreflektierenden Variante tatsächlich weiß, dies genügt jedoch nicht, um die Anforderungen an Zeichen 610 zu erfüllen - was sich insbesondere bei Dunkelheit zeigt. In diesem Fall sind die fluoreszierenden Leitkegel nahezu unsichtbar.  Die genannten Eigenschaften sorgen dafür, dass fluoreszierende bzw. tagesleuchtende Leitkegel sowohl am Tag, als auch bei Dunkelheit nicht dem Zeichen 610 entsprechen. Sie dürfen deshalb im Anwendungsbereich von StVO und RSA (daher vornehmlich im öffentlichen Verkehrsraum) nicht eingesetzt werden.

 
     
 

konstruktive Unterschiede
Neben den visuellen Eigenschaften unterscheiden sich Leitkegel auch durch ihren konstruktiven Aufbau. Es werden einteilige und zweiteilige Leitkegel unterschieden:

 
     
 

einteilige Leitkegel
bestehen in der Regel aus Weich-PVC (umgangssprachlich Gummikegel) und sind, wie der Begriff schon nahe legt, aus einem Stück gefertigt. Kegelkörper und Kegelfuß sind aus einem Werkstoff. Der meist fluoreszierend orangefarbene Grundkörper dient der Weiterverarbeitung zu einer der o.g. Varianten. Einteilige Leitkegel werden inzwischen auch mit einer Griffmulde am Kegelkopf gefertigt, die eine einfache Handhabung auch mit Handschuhen ermöglicht.

zweiteilige Leitkegel
bestehen aus einem Kegelkörper aus HDPE und einem Kegelfuß aus Recycling-Material (wie man es von Fußplatten kennt). Der Kegelkörper ist in der Regel nicht fluoreszierend orange, sondern orangerot bis rot und dient der Weiterverarbeitung zu einer der o.g. Varianten. Es gibt daher auch zweiteilige Leitkegel die nicht vollreflektierend ausgeführt sind, aber durch die visuelle Gestaltung diesen Anschein erwecken (rote und weiße Ringe). Eine Griffmulde am Kegelkopf ist bei zweiteiligen Leitkegeln traditionell vorhanden. Der Recycling-Kegelfuß neigt (je nach Modell, Alter und Beanspruchung) zum Brechen - in diesem Fall ist ein Austausch der Fußplatte erforderlich, was bei den gängigen TL-Leitkegeln auch möglich ist.

einteilig

zweiteilig

 
     

 

Gewichtsklassen

 

 

Leitkegel werden gemäß den Technischen Lieferbedingungen in zwei Gewichtsklassen eingeteilt, welche je nach Bauhöhe des Kegels entsprechende Mindestwerte definieren. Die in der DIN EN 13422 enthaltene Gewichtsklasse I ist in Deutschland unzulässig.

 

 

 

Mindestgewicht [kg]

 

 

Höhe [mm]

Klasse II

Klasse III

 

 

1000

6,0

7,5

 

 

750

4,0

5,0

 

 

500

1,9

2,5

 

 

300

0,8

0,8

 

 

Die jeweiligen Gewichtsklassen sind in Abhängigkeit mit der örtlichen Situation zu sehen. Es ist ein Unterschied, ob ein Leitkegel auf einer innerörtlichen Nebenstraße oder auf der Autobahn unmittelbar neben der Lastspur eingesetzt wird. In jedem Fall ist die Gewichtsklasse III anzustreben. Keinesfalls sollten Kegel der Klasse I (nicht TL-konform) eingesetzt werden, wie auch das nebenstehende Foto zeigt (Markierungsarbeiten).

 
     
 

Verbindlichkeit der DIN EN 13422 / CE-Kennzeichnung

 
 

Im Rahmen der Diskussion um Faltleitkegel, sowie dem Bestreben von Handel und Industrie, auch andere (konventionelle) Leitkegel in Deutschland zu verkaufen bzw. deren Einsatz zu fördern, ohne das diese den Anforderungen der StVO bzw. den Technischen Lieferbedingen für Leitkegel entsprechen, wird immer wieder auf die DIN EN 13422 abgestellt. Teilweise wird die europäische Norm auch als allein maßgebliche Vorschrift angesehen, welche die TL quasi außer Kraft setzt bzw. dieser vorgeht. Derartige Aussagen sind schlichtweg falsch.

 
     
 

Zunächst ist die Einhaltung der DIN EN 13422 kein Garant für die Zulässigkeit von Leitkegeln im Sinne der StVO, denn die europäische Norm gibt nur weit gefasste Rahmenbedingungen vor. Dabei lässt sie auch Varianten mit anderen, mithin deutlichen geringeren Anforderungen zu, z.B. teilreflektierende Leitkegel. Als retroreflektierende Farben sind neben Rot und Weiß auch Gelb und Blau vorgesehen. Der Grundkörper des Kegels darf zudem ebenfalls Gelb sein. Damit würde selbst ein teilreflektierender Leitkegel, mit gelbem Grundkörper und blauen Ringen der DIN EN 13422 entsprechen:

 
     
 

 
     
 

Obwohl diese drei Varianten die DIN EN 13422 erfüllen, dürfen diese Kegel in Deutschland nicht im öffentlichen Verkehrsraum eingesetzt werden. Das ist doch wieder typisch Deutsch, oder? Weit gefehlt: Auch Großbritannien hat die EN 13422 als BS 13422 eingeführt, doch auch dort gibt man sich nicht mit den Festlegungen der EN Norm zufrieden. Schließlich soll auch hier gewährleistet werden, dass die nach EN produzierten Leitkegel dem für Großbritannien typischen Erscheinungsbild entsprechen. Die erforderlichen Festlegungen finden sich in weiteren Vorgaben z.B. den TSRGD (Traffic Signs Regulations and General Directions). Die EN 13422 schafft also europaweit die technischen Rahmenbedingungen für die Produktion von Leitkegeln nach EU-Standard, enthält jedoch keine Festlegung zum Erscheinungsbild im Sinne der Straßenverkehrsvorschriften der einzelnen Länder.  Innerhalb der jeweiligen Mitgliedsstaaten sind daher stets weiterführende bzw. präzisierende Festlegungen erforderlich, um die nationalen Besonderheiten zu wahren. Im Falle von Deutschland sind das die Technischen Lieferbedingungen für Leitkegel i.V.m. dem Katalog der Verkehrszeichen.

 
     
 

Fragwürdig ist in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit der DIN EN 13422, die Konformität mittels CE-Zeichen zu bestätigen. Da Leitkegel keine Bauprodukte sind, benötigen sie kein CE Zeichen, auch nicht im Rahmen der CE-Kennzeichnung von Verkehrszeichen (diese gilt nur für ortsfeste Beschilderung). Folglich ist es zwar kein Problem, wenn ein Leitkegel ein CE-Zeichen trägt, für den Einsatz in Deutschland ist dieses aber nicht relevant. Damit ist das Fehlen der CE-Kennzeichnung auch kein Mangel bzw. Grund zur Beanstandung. Erforderlich ist hingegen eine erfolgreiche Prüfung nach TL durch eine anerkannte Prüfstelle (z.B. BASt), was durch die entsprechende Prüfnummer auf dem Kegel dokumentiert wird und sich anhand der Prüfzeugnisse nachweisen lässt.

 
     
 

Regeleinsatzbereiche nach RSA

 
 

Einsatzkriterien für die verschiedenen Ausführungen:

 

30cm

nur für Markierungsarbeiten bei Tageslicht außerhalb von Autobahnen

50cm

alle Straßen außerhalb von Autobahnen

75cm

Autobahnen

100cm

innerörtliche Straßen im Schienenbereich

 

Die Festlegung zum 75cm Leitkegel sollte praxisorientiert angewandt werden. So kann die 75cm Ausführung auch problemlos außerhalb von Autobahnen eingesetzt werden. Insbesondere auf autobahnähnlichen Straßen, welche im Sinne der RSA letztendlich unter die Definition "Autobahn" fallen, ist daher die 75cm Variante einzusetzen. Selbstverständlich können 75cm Leitkegel auch auf Bundes-, Land- und Stadtstraßen eingesetzt werden.

unzulässiger Einsatz der 30cm Variante

 
     
 

Leitkegel bei Markierungsarbeiten
Eine Sonderstellung besitzt der Leitkegel mit 30 - 35cm Bauhöhe. Er ist im Sinne der RSA nur bei Markierungsarbeiten außerhalb von Autobahnen und nur bei Tageslicht einzusetzen. Der Vorteil dieser Variante besteht u.a. in der höheren Transportkapazität auf Markierungsmaschinen, aber auch in der Tatsache, dass große Fahrzeuge wie z.B. Kraftomnibusse oder Müllfahrzeuge, mit Front oder Heck über den Kegel hinweg schwenken können. Bei größeren Kegeln besteht die Gefahr, dass ein solches Fahrzeug zwar nicht die Markierung überfährt, aber mit dem Heck den Leitkegel umwirft. Diesen Vorteilen stehen aber auch nicht unwesentliche Nachteile gegenüber. So entspricht die 30cm Variante bisweilen nur in den Vorschriften und Lehrbüchern der StVO, denn die von der Industrie angebotenen Ausführungen haben üblicherweise nur einen weißen Ring.

nur der rechte Leitkegel (50cm) entspricht der StVO

 
 

 

 
 

Ein Leitkegel im Sinne der StVO besteht aber stets aus drei roten und zwei weißen Ringen. Genau so ist diese Variante auch exemplarisch in den RSA und im VzKat abgebildet. Entsprechend sind die von der Industrie angebotenen Varianten gar nicht anordnungsfähig, bzw. die verkehrsrechtliche Anordnung wird durch den Einsatz dieser 30cm Leitkegel in der Regel nicht erfüllt. Das viele Markierungsarbeiten generell ohne verkehrsrechtliche Anordnung durchgeführt werden (auch Markierungsarbeiten sind Arbeitsstellen), ist ein anderes Thema.

Bei der Maßgabe, die lediglich fluoreszierenden 30cm Leitkegel nur bei Tageslicht einzusetzen, wird davon ausgegangen, dass Markierungsarbeiten üblicherweise bei Sonnenschein ausgeführt werden. Sobald mit Eintritt der Dunkelheit die Retroreflexion erforderlich wird, hat die Markierungskolonne schon Feierabend - so die Theorie. Wenn aber nach dem dritten Regenschauer erst gegen Abend markiert werden kann, oder der Härter einer 2K-Plastik - unerklärlicherweise - nur bedingt Wirkung zeigt, stehen die Leitkegel unter Umständen bis Mitternacht neben der frisch applizierten Markierung. Genau in diesem Fall wären voll retroreflektierende Leitkegel erforderlich, die dann natürlich fehlen - und beide Varianten vorzuhalten und bei Bedarf auszutauschen ist nun wirklich absurd.

Entsprechend ist es ratsam, auch bei Markierungsarbeiten ausschließlich voll retroreflektierende Leitkegel mit mindestens 50cm Bauhöhe einzusetzen. Damit lassen sich mit Ausnahme von Autobahnen nahezu alle markierungsspezifischen Absicherungsmaßnahmen realisieren - auch wenn sich der Feierabend in die späten Abendstunden verlagert. Nicht zuletzt werden dadurch auch die Anforderungen von StVO und VwV-StVO fachgerecht umgesetzt.

 
     
 

Einsatz zur Arbeitsstellensicherung
Leitkegel können im Rahmen von Arbeitsstellen kürzerer Dauer überall dort eingesetzt werden, wo man bei Arbeitsstellen längerer Dauer Leitbaken einsetzen würde, daher auch zur Quer- oder Längsabsperrung. Auch Vollsperrungen, daher als Alternative zur Absperrschranke, sind möglich - jedoch nicht auf Geh- und Radwegen.

Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass Leitkegel natürlich keinen Schutz vor Absturz bieten, weshalb sie zur Sicherung von Aufgrabungen oder Schachtzugängen eher ungeeignet sind. Als Absperrgeräte bzw. Verkehrseinrichtungen wären sie zwar bedingt zulässig (im Sinne von StVO und RSA), doch die Verkehrssicherungspflicht ist im Hinblick auf den Absturzschutz allein mit Leitkegeln längst nicht erfüllt. Aus diesem Grund sollte man von Lösungen wie im nebenstehenden Bild absehen und stattdessen mobile Absturzsicherungen einsetzen.

unzureichende Sicherung mit Leitkegeln

 
     
 

Querabsperrung (Fahrbahn)
Werden Leitkegel zur Gestaltung einer spitzwinkligen Querabsperrung eingesetzt, sind die gleichen Maße anzuwenden, wie sie für Leitbaken gelten. Innerorts beträgt das Verschwenkungsmaß etwa 1:1 bis 1:2, außerorts 1:10 (außerhalb von Autobahnen). Auf Autobahnen werden Leitkegel in der Regel nicht allein zur Gestaltung von Querabsperrungen genutzt, vielmehr werden sie dort in Kombination mit fahrbaren Absperrtafeln eingesetzt. Ergibt sich dennoch
das Erfordernis, eine Verschwenkung mit Leitkegeln zu realisieren, z.B. bei einer Vollsperrung mit Ausleitung (in Ergänzung zur Absperrtafel) sind Verschwenkungsmaße von 1:10 bis 1:20 möglich.

 
     
 

Querabsperrung in der Praxis

 
 

 

 
 

Kraftfahrer verhalten oft sich wie Lemminge - einer fährt vor, die anderen hinterher. Wenn nun der erste Lemming die vermeintliche Querabsperrung falsch versteht (mehr als 3m breite Lücke zwischen den Kegeln, linkes Bild), gibt es unschöne Spuren im frischen Asphalt und traurige Straßenbauer. Wie eine solche Situation "abgekegelt" werden sollte, zeigt die Fotomontage (rechtes Bild). Auch die Längsabstände der Kegel wurden angepasst.

 
     
 

Längsabsperrung (Fahrbahn)
Auch bei der Gestaltung von Längsabsperrungen mit Leitkegeln sind maximal zulässige Abstände definiert. Zwischen den einzelnen Kegeln sollten die Lücken möglichst klein gehalten werden, was nicht zuletzt mit der fehlenden Richtungsweisung von Leitkegeln in Zusammenhang steht. Im Gegensatz zu Leitbaken wird nicht ersichtlich, an welcher Seite vom Kegel vorbei gefahren werden soll. Sind die Lücken zu groß, kann dies dazu verleiten, den Fahrstreifen vorzeitig zu wechseln. Durch die im Vergleich zu Leitbaken geringe Bauhöhe können insbesondere die 50cm Leitkegel leicht übersehen werden. Innerorts soll der Längsabstand maximal 5m betragen, außerorts, insbesondere auf Autobahnen maximal 10m. In Kurvenbereichen sind diese Werte ggf. zu reduzieren.

 
     
 

Längsabstand in der Praxis

 
 

 

 
 

Ungeachtet der mangelhaften Standsicherheit der eingesetzten Kegel sind hier Zerfahrungen der Markierung vorprogrammiert (linkes Bild). Längsabstände von einigen hundert Metern sind in der Markierungsbranche keine Seltenheit. Man muss in solchen Fällen (Randmarkierung) sicherlich nicht alle 10m einen Kegel stellen, aber in Kurvenbereichen ist eine Reduzierung der Abstände durchaus sinnvoll (Fotomontage, rechtes Bild). Der Einsatz von TL-Leitkegeln mit entsprechender Gewichtsklasse sorgt für eine StVO-konforme Absicherung und verbesserte Standsicherheit.

 
     
 

Blitzleuchten auf Leitkegeln
Generell bieten Leitkegel mit aufgesetzten Blitzleuchten eine sehr gute Warnwirkung. Entsprechend sind diese speziellen Einrichtungen vor allem zur Absicherung von Tagesbaustellen sehr beliebt. Die Industrie bietet eine Vielzahl an Lösungen, von denen jedoch nicht alle im Einklang mit den jeweiligen Vorgaben stehen. Abgesehen von der oft fehlenden lichttechnischen Zulassung (gemäß TL-Warnleuchten 90), existiert für einige Ausführungen gar kein Anwendungsgebiet im Sinne der RSA. So ist blitzendes Licht nur auf den 75cm und 100cm Leitkegeln vorgesehen, auf 50cm Leitkegeln hingegen nicht.

Im Sinne der passiven Sicherheit ist es zudem erforderlich, dass die Leuchten möglichst fest mit dem Leitkegel verbunden sind. Daher ist von Schnellhalterungen generell abzuraten, da die Leuchten in diesem Fall lediglich an die Kegel angehangen oder aufgesteckt werden. Insbesondere Leuchten mit integrierten Batterien sind bei einer Kollision mit einem Fahrzeug problematisch, da sie davon geschleudert werden, oder die Frontscheibe des Unfallfahrzeuges durchschlagen können. Entsprechend ist es ratsam nur solche Produkte zu verwenden, bei denen sich die Batterien möglichst bodennah und vor allem fest im Kegelinneren befinden. Das verleiht dem Kegel gleichzeitig eine verbesserte Standsicherheit.

Blitzleuchten sind auf 75cm und 100cm hohen Leitkegeln zulässig

 
     
 

Faltleitkegel sind unzulässig
Zu Faltleitkegeln existieren verschiedene, mithin fehlerhafte Auffassungen zur Zulässigkeit im Sinne von StVO und RSA. Es wurde bisweilen sogar behauptet, dass die DIN EN 13422 die bisher gültigen Technischen Lieferbedingungen für Leitkegel ersetzt hätte. Diese Aussagen sorgen inzwischen für einige Verunsicherung bei Anwendern im Bereich der RSA. Aus diesem Grund wurde eine gesonderte Seite zum Thema Faltleitkegel erstellt, welche eine umfassende Erläuterung unter Berücksichtigung der aktuellen Normen- und Rechtslage enthält. Zusammenfassend ist gegenwärtig (Januar 2015) zu sagen, dass dem Autor bisher keine Faltleitkegel bekannt sind, die sowohl die Anforderungen der DIN EN 13422, als auch die der StVO vollumfänglich erfüllen. Die Faltleitkegel die hierzu bewertet wurden...

 

entsprechen nicht der StVO bzw. den Anforderungen des VzKat

entsprechen in vielen wesentlichen Punkten nicht der DIN EN 13422

entsprechen nicht vollumfänglich der DIN EN 471* (insbesondere die roten Reflexstoffe)

entsprechen nicht den Technischen Lieferbedingungen für Leitkegel

entsprechen nicht den Anforderungen zur Kennzeichnung lt. den vorstehenden Normen

*die DIN EN 471 wird weiterhin beworben, wurde aber durch die EN ISO 20471:2013 ersetzt

 

Entsprechend sind Faltleitkegel vor allem im Anwendungsbereich von StVO und RSA bisweilen unzulässig. Link: Informationen zu Faltleitkegeln

75cm Faltleitkegel im Vergleich zu 75cm TL-Leitkegel

 
     
 

Leitkegel sind keine Aufstellvorrichtungen
Die Kegelform bietet im Vergleich zu einer ebenen Fläche gewisse Vorteile, doch eine Windangriffsfläche ist dennoch gegeben, was in Kombination mit einem vergleichsweise geringem Gewicht zu einer lediglich ausreichenden Standsicherheit führt (je nach Produkt).

Der Einsatz unmittelbar neben dem fließenden Verkehr ist besonders problematisch, da hier auch der Sog vorbeifahrender Fahrzeuge (insbesondere LKW) die Standsicherheit negativ beeinflusst. Folglich ist der Kegel gewissermaßen schon genug damit beschäftigt, sich selbst "auf den Beinen" zu halten.

Vor allem aus diesem Grund ist das Anbringen von Verkehrszeichen und ähnlichen Einrichtungen (auch Warnfahnen) unzulässig - daher weder mit Haltern zum Aufstecken (auch wegen der passiven Sicherheit) noch mit angeschraubten Verkehrszeichen (Foto).

Lösungen wie im nebenstehendem Bild sind unzulässig, da einerseits der Leitkegel als solches verdeckt ist, die Standsicherheit reduziert wird, die Kriterien zur Aufstellung von Verkehrszeichen überhaupt nicht eingehalten sind und es letztendlich auch mit Sicherheit an einer verkehrsrechtlichen Anordnung zur Aufstellung von Zeichen 222 fehlt.

Bastelkram, durch Sog vorbeifahrender Fahrzeuge umgekippt

 
     
 

Bildergalerie

 
     
 

 
 

 

Hier sichern Straßenmeister ihre Arbeit ab. Wer sich selbst als "die Profis im Straßendienst" bezeichnet, sollte eigentlich anderes Material einsetzen. Kein Wunder also, wenn insbesondere Bauunternehmen auch keine Notwendigkeit für einwandfreies Material sehen - die Profis zeigen schließlich, was man unter Qualität zu verstehen hat.

 

 
     
 

 
 

 

Hier wäre selbst ein (neuer) tagesleuchtender Leitkegel besser als dieser TL-Lei(d)kegel.

 

 
     
 

 
 

 

Eine Auswahl an schrottreifen und unzulässigen Leitkegeln. Das Beschädigungen in der Praxis nicht ausbleiben ist klar. Doch irgendwann ist die Lebensdauer eines Kegels erreicht und spätestens dann sollte man ihn austauschen.

 

 
     
 
 

 

 
 
     
 

 
 

 

Die neue Gewichtsklasse IV - Steinplatte mit Paketklebeband. Ob so die ersten zweiteiligen Leitkegel erfunden wurden? Die Verwendung von Flatterband als Querabsperrung ist selbstverständlich unzulässig - passt aber gut zum Gesamtkonzept.

 

 
     
     
 

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Stand: 01/2015

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