Achtung Gefahrstelle - Unleitung

 

Angesichts der Erläuterungen zur ASR A5.2 dürfte klar sein, dass künftig vermehrt mit Vollsperrungen zu rechnen ist. Dadurch steigt auch die Zahl der notwendigen Umleitungen, welche insbesondere bei zeitgleich erfolgenden Sperrungen sorgfältig zu planen sind. Wie gut das bereits heute gelingt, soll diese Seite aufzeigen. Die "Reisebeschreibung" erfolgt in schwarzer Schrift, zusätzliche fachliche Bemerkungen sind in grauer Schrift gehalten. Na dann, auf geht's!

 
 

Wir sind unterwegs auf der A 71 in Thüringen - Fahrtrichtung Schweinfurt. Unser Fahrzeug hat gefährliche Güter geladen und darf folglich nicht die nachfolgende Strecke (Tunnelkette Thüringer Wald) befahren. Als verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmer nehmen wir die Verkehrsbeschränkung ernst und die angebotene Bedarfsumleitung U 98 dankend an. Entsprechend verlassen wir an dieser Stelle die Autobahn.

 

 

 

 

Im nachgeordneten Straßennetz ist die Bedarfsumleitung sorgsam ausgeschildert. Die Umleitungsstrecke führt uns zunächst durch die Stadt Ilmenau.

 

 

 

 

Es folgt die Ankündigung einer Umleitung mittels Zeichen 457.1. Kurz darauf zeigt sich dieses Kunstwerk auf dem Gehweg. Was der Künstler damit sagen will, ist uns nicht klar. Irgendwo ist eine Straße zur Einbahnstraße erklärt und es gibt eine Umleitung. Die seltsame Anordnung der Verkehrszeichen ist sicherlich der künstlerischen Freiheit geschuldet. Bemerkenswert ist, dass man offensichtlich trotz Befahren der Umleitungsstrecke nicht zum angegebenen Fernziel "Stadtilm" kommt. Da wir dort aber eh nicht hin wollen, ignorieren wir diese Tafel.

 

fachliche Bewertung
Für Planskizzen gelten klare Gestaltungsregeln, welche diese Tafel nicht ansatzweise erfüllt. Es wird nicht deutlich, wohin die Umleitung führt. Der Verkehrsteilnehmer erhält nur die Information, dass die Strecke nach Stadtilm gesperrt ist - sofern er aber gar nicht in diese Richtung will, ist die Tafel für ihn bedeutungslos. Die detaillierte Darstellung der Nebenstraßen ist nicht erforderlich, die Ausrichtung und Anzahl der Umleitungs-Symbole geradezu irrsinnig. Solche Kunstwerke sind schlichtweg überflüssig. Auch ist die Art der Aufstellung ebenfalls nicht fachgerecht (z.B. erforderliche Aufstellhöhe über Gehweg = 2,00m).

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das nachfolgende Umleitungsschild interessiert uns nicht. Wir fragen uns dennoch, woher auf einmal die ganzen Ziele auf den Zusatzzeichen kommen. Die haben wohl nicht auf die tolle Planskizze gepasst - verständlich. Da unser Ziel (Schweinfurt) nicht dabei ist, fahren wir geradeaus. Irgendwo wird unsere "blaue" Bedarfsumleitung schon fortgeführt.

 

fachliche Bewertung
Die Mindestgröße von Umleitungsschildern beträgt auch innerorts 600 x 900mm - dieses Schild ist daher zu klein. Das "U" fehlt, die Klebereste der vorherigen Maßnahme wurden nicht entfernt. Zielangaben gehören lt. StVO über das Zeichen - auch diese inzwischen über 4 Jahre alte Regelung ist offensichtlich an Verkehrssicherungsfirma und den zuständigen Behörden vorbei gegangen. Beim Autobahn-Symbol fehlt der Rand, zudem wäre hier ein blauer Zielblock anzubringen. Da in diesem Fall alle Richtungen umgeleitet werden, könnte man anstelle der einzelnen Ziele auch nur "alle Richtungen" als Fernziel anzeigen, zusammen mit dem erwähnten Zielblock "Autobahn" und einem Hinweis auf die U 98 - der hier gänzlich fehlt. Die Aufstellhöhe ist auch in diesem Fall zu gering.

 

 

 

 

Na bitte! Offensichtlich kann man hier in keiner Richtung weiter fahren. Nur die touristischen Ziele und unsere U 98 wurden nicht ausgekreuzt. Hier sind wir offensichtlich richtig und biegen folglich rechts ab.

 

fachliche Bewertung
Hier hätte man in der Konsequenz den ganzen Wegweiser auskreuzen müssen - inklusive der Bedarfsumleitung U 98. Wie sich zeigt, führen auch noch andere Ziele in diese Richtung. Die tauchen aber im Rahmen der vorherigen Umleitung gar nicht auf. Wer beispielsweise zum Bahnhof möchte, muss ebenfalls der Umleitung folgen, wird von dieser aber gar nicht erfasst.

 

 

 

 

Oha. Na gut, das war wohl nix. Oder geht es hier etwa doch vorbei? Die Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt) sprechen dagegen - die Leitbaken wiederum vermitteln einen anderen Eindruck. Vielleicht sollen der Umleitungsverkehr (U 98) und die Touristen hier geradeaus fahren dürfen? Egal, die Zeichen 267 überzeugen uns und wir wenden (alternativ könnten wir natürlich auch die links und rechts abgehenden Nebenstraßen befahren, das Ergebnis bleibt gleich).

 

fachliche Bewertung
Leitbaken und Warnleuchten sind in solchen Fällen einseitig auszuführen. Sowohl die Verkehrssicherungsfirmen, als auch die zuständigen Behörden, haben das leider immer noch nicht begriffen. Auch die roten Warnleuchten an der Absperrschranke müssen einseitig sein, da sie nicht in die Fahrtrichtung der Einbahnstraße leuchten dürfen. Dem Verkehrsteilnehmer wird sonst die Erkenntnis antrainiert, dass rotes Dauerlicht keine Bedeutung hat. Die erforderliche Standsicherheit der Absperrschranke ist nicht gegeben. Die verwendeten Ständer sind unzulässig.

 

 

Etwas verwundert fahren wir zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Aha -  da ist ja die U 98. Ach nein, U 99? Sollte aber dennoch richtig sein. Das Fernziel ist jedenfalls Schweinfurt. Die nachfolgende Wegweisung wird uns sicherlich erst nach der für uns gesperrten Tunnelkette auf die Autobahn führen, denn sonst würde dieser Wegweiser ja die Sperrung für unsere Fahrzeugart anzeigen.

 

 

 

 

Unsere Fahrt führt an dieser Tafel vorbei. Die Sperrung der B 87 in Richtung Stadtilm scheint ganz schön gefährlich zu sein, denn Zeichen 101 warnt ja bekanntlich vor Gefahrstellen.

 

fachliche Bewertung
Eine klare Absage muss man der Verwendung von Zeichen 101 in Kombination mit derartigen Hinweistafeln erteilen. Im Straßenverkehr hat dieses Verkehrszeichen die Bedeutung "Gefahrstelle". Es warnt also vor Gefahren, die in der Regel durch Zusatzzeichen konkretisiert werden. Die Behörden nutzen das Zeichen jedoch missbräuchlich um beim Verkehrsteilnehmer erhöhte Aufmerksamkeit zu erzeugen - nach dem Motto: "Achtung, Straße gesperrt". Diese atypische Verwendung widerspricht dem eigentlichen Einsatzzweck des Zeichens und reduziert die Wirkung, welche eigentlich beim Verkehrsteilnehmer erzielt werden soll. Wenn jede harmlose Umleitung mit Gefahrzeichen angekündigt wird, verliert dieses Zeichen die Bedeutung, die dann relevant ist, wenn es sich um wirkliche Gefahren (im Sinne der Verkehrssicherheit) handelt.

 

 

 

 

Wir kommen zurück an die Kreuzung, an der wir vorhin in die gesperrte Straße abgebogen sind und folgen der Bedarfsumleitung bzw. unserem Fernziel A 71 Schweinfurt.

 

 

 

 

Auf der nachfolgenden Strecke treffen wir wieder auf die eingangs erwähnte Umleitung - diesmal in der Gegenrichtung. Auch hier ist keines der Fernziele für uns von Bedeutung, wir fahren also geradeaus.

 

 

 

 

Die Strecke kommt uns bekannt vor - und ja, wir landen wieder an der Anschlussstelle Ilmenau-West, an der wir vorhin abgefahren sind. Wir bemerken den Irrtum und wenden erneut. Und wir wundern uns darüber, das die Sperrung für kennzeichnungspflichtige Kraftfahrzeuge mit gefährlichen Gütern auf den vorherigen Vorwegweisern (in Ilmenau) nicht erwähnt wird.

 

 

 

 

Diesen Wegweiser kennen wir bereits...

 

 

 

 

...und diese Tafel auch. Offensichtlich scheint die Umleitung doch für uns zu gelten, auch wenn unser Fernziel hier nicht auftaucht. Zudem schweigt sich die Tafel darüber aus, wo man letztendlich wieder auf die gewünschte Strecke gelangt.

 

 

 

 

Angesichts des ersten Fehlversuches folgen wir also diesmal der Umleitungsbeschilderung, die offensichtlich auch mal nach Meiningen und Eisenach geführt hat, wie sich an den Kleberesten erkennen lässt.

 

 

 

 

An der nächsten Kreuzung geht es nach links. Die Zusatzzeichen waren offensichtlich ausgegangen - dafür sind die Klebereste "Meinigen" auch hier noch zu erkennen.

 

fachliche Bewertung
Der Gehweg bietet genug Platz, um das Schild so zu positionieren, dass es nicht zum Hindernis wird. Auch hier ist das Umleitungszeichen zu klein und die Klebereste sind deutlich zu erkennen. Hierzu ist zu sagen, dass die Zielangabe gemäß RUB auf dem Umleitungszeichen vorhanden sein kann. Sie darf in diesem Fall aber nicht zwischen "U" und Pfeil "gequetscht" werden. Würde diese Umleitung tatsächlich nach Meiningen führen, müsste das Schild so aussehen:

Im Sinne der StVO sind die Zielangaben jedoch auf einem gesonderten Schild über dem Umleitungsschild anzubringen. Diese Zielangaben müssen natürlich im kompletten Verlauf der Umleitungsstrecke vorhanden sein.

 

 

 

 

Ah, super - also doch richtig. Von Schweinfurt oder U 98 auch hier keine Spur, aber gut, die Richtung wird schon stimmen. Wir biegen rechts ab...

 

fachliche Bewertung
Einmal "oben ohne", einmal mit "U" und einmal mit "Umleitung". Auch die Umleitungszeichen selbst sind einheitlich auszuführen. Das hier hat vielmehr etwas von "Ausverkauf im Schilderlager".

 

 

 

 

...und gelangen nach etwa 300m an eine weitere Kreuzung. Offensichtlich wird bei linksweisenden Umleitungsschildern auf die Zielangaben verzichtet. Das ist recht eigentümlich, aber besser als nichts. Wir biegen links ab:

 

fachliche Bewertung
Neben den bereits erwähnten Fehlern ist hier der Seitenabstand zur Fahrbahn zu gering.

 

 

 

 

 

 

 

 

Oh - das ist neu: Hier beginnt offensichtlich eine Umleitung zur B 87 nach Stadtilm. Aber sind wir nicht schon auf der Umleitung nach Stadtilm? Und stand auf den bisherigen Schildern nicht B 88? Schon seltsam. Ist unsere Umleitung jetzt beendet, da hier eine neue Umleitungsstrecke beginnt? Was ist mit den Fernzielen "A 71 Erfurt" und "Gewerbegebiet Ilmenau"?

 

fachliche Bewertung
Auch wenn dieser Gehweg ohnehin schon zu schmal ist, darf das Schild ihn nicht blockieren. Entweder muss ein geeigneter Standort gefunden werden, oder das Schild gehört auf die Fahrbahn (natürlich entsprechend abgesichert). Alternativ kann man solche Schilder bei langfristigen Maßnahmen auch fest eingraben - das hat auch Vorteile im Bezug auf Diebstahl und Vandalismus.

Hinsichtlich der Zielführung müssen unterschiedliche Baumaßnahmen (was in diesem Fall gegeben ist) natürlich aufeinander abgestimmt werden. Das ist eigentlich die Aufgabe der zuständigen Verkehrsbehörde.

 

 

 

 

Scheint wohl ernst gemeint zu sein. Von unserer ursprünglichen Umleitung keine Spur - in Richtung B 87 Stadtilm geht es rechts herum. Und wo bitte geht's zur Autobahn?

 

fachliche Bewertung
Wie man sieht dient die vorgeschriebene Aufstellhöhe von 2,00m nicht nur dem (Kopf-) Schutz der Fußgänger, sondern auch der Sichtbarkeit der Verkehrszeichen.

 

 

 

Alles klar. Man hat auf die bisherige Zielführung verzichtet, weil die vorhandene Vorwegweisung diese Funktion übernimmt. Klasse! Zwar vermissen wir den Hinweis auf das Fernziel Erfurt und das Gewerbegebiet Ilmenau, aber letzteres kann sicherlich nicht weit sein, sonst hätte man es ja ausgeschildert. Wir ordnen uns links ein, denn da geht's zur Autobahn.

 

 

Mist! Das ist doch die Baustelle, auf die wir vorhin schon aus der Gegenrichtung getroffen sind. Offensichtlich fahren wir im Kreis.

 

 

 

 

Ja so ist es. Diesen Vorwegweiser kennen wir schon.

 

 

 

 

Dieses Umleitungsschild auch. Und da wir wissen, dass es geradeaus zurück zur für uns gesperrten Anschlussstelle geht, biegen wir diesmal links ab und folgen abermals der Umleitung, die ja eigentlich nicht für uns bestimmt ist (wir suchen schließlich immer noch die U 98).

 

 

 

 

Entsprechend gelangen wir erneut an diese Kreuzung. Wo Schmiedefeld liegt, wissen wir nicht - nach Stadtilm (Umleitung) oder Arnstadt wollen wir nicht. Der Bahnhof wäre vielleicht noch eine Alternative, denn bei diesem Umleitungschaos fährt man wohl doch besser mit dem Zug. Wie dem auch sei - wir biegen wir diesmal rechts ab.

 

Und siehe da: Unsere U 98 ist wieder aufgetaucht. War doch ganz einfach. Hier offenbart sich ganz klar die Handschrift von Fachleuten.

 

2. Beispiel

 
 

Wir befinden uns diesmal direkt in Ilmenau. Unser Ziel ist Erfurt. Nach der Fahrt durch die Stadt kommen wir an der Umleitungsankündigung nebst Planskizze vorbei. Nach Stadtilm wollen wir nicht, wo die Sperrstrecke nebst Umleitung liegt ist aus der Tafel nicht ersichtlich. Wir ignorieren das Kunstwerk.

 

fachliche Bewertung
Nicht umsonst sehen die RUB bei Planskizzen stets eine Entfernungsangabe zur Ableitstelle vor. Ähnlich verhält es sich mit der Umleitungsankündigung durch Zeichen 457.1 - hier sind stets Entfernungsangaben anzubringen.

 

 

 

 

Oh - aber hier ist auf einmal unser Fernziel enthalten. Zur A 71 Richtung Erfurt geht's rechts herum. Gut das wir das trotz des zu kleinen (U-losen) Umleitungszeichens noch bemerkt haben.

 

 

 

 

Der Leser kennt bereits die Vorgeschichte zu dieser Stelle - fehlende Zielangaben im Verlauf der Umleitung, plötzlicher Beginn einer neuen Umleitung nach Stadtilm, einmal mit B 88 einmal mit B 87 - einfach herrlich. Nur gut das es diesen Vorwegweiser gibt. Nach links geht's zur Autobahn, Arnstadt liegt auf dem Weg nach Erfurt - also noch mal alles gut gegangen. Wir biegen links ab...

 

 

...passieren die Baustelle und gelangen an diesen, dem Leser ebenfalls bekannten Wegweiser. Das ist seltsam. Wir folgten einer Umleitung in Richtung A 71 / Erfurt, die zunächst abrupt durch eine Umleitung nach Stadtilm ersetzt wurde. Der eben gezeigte Vorwegweiser führte uns zur Autobahn - doch offensichtlich kann man dort nur in Richtung Schweinfurt auffahren - wie erst jetzt klar wird. Wir wollen jedoch nach Erfurt und hierzu müssten wir eigentlich rechts abbiegen, doch diese Richtung ist ausgekreuzt. Vielleicht ist das Kreuz aber auch nur etwas unglücklich angebracht, schließlich ist gemäß der eingangs erwähnten Planskizze nur die Strecke nach Stadtilm gesperrt. Ach was soll's, wir versuchen es einfach und biegen rechts ab.

 

 

 

Dort gelangen wir an einen Kreisverkehr, an welchem die Sperrung unserer Fahrtrichtung nochmals unmissverständlich angekündigt wird - für uns also eine Sackgasse. Wir drehen verwundert eine Ehrenrunde durch den Kreisel und fahren zurück auf die Strecke, von der wir gekommen sind.

 

 

Kurz hinter dem Kreisverkehr begegnet uns erneut die Ankündigung einer Umleitung, in Form dieser Tafel. Am Fernziel können wir erkennen, dass der Fehler bei uns lag, denn nach Erfurt geht es in die entgegen gesetzte Richtung. Das ist peinlich - wir sind offensichtlich die ganze Zeit in die falsche Richtung gefahren. Doch halt - dann stimmt ja irgend etwas mit den ortsfesten Vorwegweisern nicht. Oder geht es etwa in beide Richtungen nach Erfurt?

 

fachliche Bewertung
Die Zielführung auf Planskizzen richtet sich üblicherweise nach der vorhandenen Wegweisung. Der Verkehrsteilnehmer muss vor Ort einen Bezug zur seiner aktuellen Position herstellen können. Hier wird angezeigt, dass es geradeaus nach Erfurt geht. Eine Notwendigkeit, die Umleitungsstrecke zu befahren, kann daraus nicht abgeleitet werden. Die Ziele, die tatsächlich nur über die Umleitung erreicht werden, tauchen hingegen nicht auf. Auch diese Tafel ist keine Hilfe und daher vollkommen überflüssig.

 

 

 

 

Das nachfolgende Umleitungsschild bestätigt die Aussage der Planskizze. Zur A 71 nach Erfurt geht es geradeaus.

 

fachliche Bewertung
Unzureichender Seitenabstand, zu geringe Aufstellhöhe, falsche Größe, mangelhafte Standsicherheit usw. sind Qualitätsmerkmale vieler Verkehrssicherungsfirmen.

 

 

 

 

Auf dem Vorwegweiser ist Erfurt als Fernziel in dieser Richtung nicht enthalten - ganz im Gegensatz zur vorherigen Planskizze. Da die Wegweisung letztendlich trotzdem zur A 71 führt, fahren wir geradeaus.

 

fachliche Bewertung
Anstelle des Kreuzes hätte man eine gelbe Tafel mit einem schwarzen Geradeauspfeil, oder ggf. sogar ein Zeichen 455.1 anbringen können. Wie man sieht, war bis auf Schmiedefeld keines der Ziele in der vorherigen Umleitungswegweisung enthalten. Die touristische Wegweisung wurde nicht ausgekreuzt. Alle linksweisenden Ziele wären im Zuge der Umleitung zu führen. In diesem Fall bietet sich eine nummerierte Umleitung an. Anstelle der sinnlosen Planskizze könnte man die hier enthaltenen Fernziele auf einer solchen Tafel zusammenfassen und z.B. den Hinweis "U 10 folgen" geben.

 

 

 

 

Seltsam. Jetzt geht es auf einmal wieder links Richtung A 71 / Erfurt. Ach ja - logisch: In der Straße mit der Baustelle stand ja auf dem Vorwegweiser das Ziel Schweinfurt - in diese Richtung würden wir jetzt fahren, wenn wir nicht links abbiegen. Dann stimmt aber die Planskizze nicht. Was soll's - nach Schweinfurt wollen wir definitiv nicht. Also biegen wir links ab.

 

fachliche Bewertung
Siehe vorstehende Erläuterung. Wo geht's denn bitte zur Uni, zum Zentrum, zum Campingplatz, zum Stadion, zum Krankenhaus, zur Eissporthalle und zum Bahnhof - von den touristischen Zielen ganz zu schweigen.

Insbesondere in Thüringen wurden die (landeseigenen) Vorgaben für touristische Beschilderung in "besonderem Maße" ausgelebt, wodurch ein Großteil der Wegweiser inzwischen eine braune Grundfarbe hat. Abgesehen davon, dass im Ergebnis die eigentlich zulässige Zahl der Zielangaben pro Richtung im Einzelfall deutlich überschritten wird, verfehlt die Beschilderung ihre gewünschte Wirkung, da sie bei der Planung und Ausführung der Umleitungen oft nicht berücksichtigt wird. Die umworbenen Touristen können ihr Ziel damit nur schwer bis gar nicht finden.

 

 

 

 

Na toll! Die Umleitungsstrecke kannten wir bereits. Hier waren wir doch vorhin schon. Nach links kommen wir offensichtlich nicht nach Erfurt. Vielleicht führt die Umleitung ja doch über Stadtilm? Dann biegen wir eben rechts ab.

 

Grandios! Von einer Wegweisung zur A 71 keine Spur. Das Fernziel Erfurt taucht auch nicht auf, nicht mal in Gelb. Würden wir uns in Thüringen überhaupt nicht auskennen, würden wir ggf. der Bedarfsumleitung U 98 folgen, mit dem Wunsch, die Autobahn doch noch zu erreichen. In diesem Fall wird aus Erfurt letztendlich Schweinfurt - na dann: Gute Fahrt! Da wir uns in Thüringen doch etwas auskennen und die geografische Nähe von Stadtilm zu Erfurt richtig einzuschätzen wissen, folgen wir der Umleitung nach links. Die Strecke führt letztendlich an den Ortsausgang von Ilmenau. Endlich haben wir die Stadt samt der grauenhaften Umleitungswegweisung verlassen - jetzt kann nichts mehr schief gehen...

 

 

Ein Privatflugzeug wäre schon toll - da bleiben einem solche Situationen erspart. Was ist denn das nun wieder? Langewiesen? Da wollen wir ja nun gar nicht hin!

 

fachliche Bewertung
Der Seitenabstand von Verkehrszeichen zur Fahrbahn beträgt außerorts 1,50m. Warum das so ist, zeigt die veränderte Formgebung der Verkehrszeichen. Der hier tätige Verkehrssicherer ist u.a. selbst renommierter Hersteller von geeigneten Schutzplankenhaltern mit Ausleger - setzt diese aber offensichtlich nicht ein.

 

 

 

 

Ah, gut, gerettet, wir befinden uns also weiterhin auf unserer Umleitungsstrecke, die irgendwann unbemerkt durch das zusätzliche Ziel "Gewerbegebiet Ilmenau" ergänzt wurde.

 

 

 

 

Und siehe da: Endlich - die gesegnete Autobahn! Da ist es uns auch völlig egal, dass uns die "Stadtilm-Umleitung" zur B 87 schickt, während es lt. Vorwegweiser zur B 88 geht. Hauptsache es geht zur Autobahn!

 

fachliche Bewertung
Beim Auskreuzen von Zielangaben ist darauf zu achten, dass das ausgekreuzte Ziel lesbar bleibt. Das Kreuz soll verdeutlichen was gesperrt ist, aber nicht den Schriftzug vollständig abdecken.

 

 

 

 

Aber was ist das? L1140 OD? Ist jetzt etwa die B 88 Richtung Gehren gesperrt? Liegt diese auf unserer Strecke? Wo ist die L1140? Welchen Bezug kann der Verkehrsteilnehmer überhaupt zu Landstraßen herstellen, diese sind schließlich nicht Bestandteil der ortsfesten Wegweisung. Und wo befinden wir uns im Sinne der Planskizze? Links oder rechts vom verkleinerten Umleitungsschild? Der folgende Kreisverkehr ist gar nicht in der Tafel enthalten - oder etwa doch? Warum integriert man ihn dann nicht in RWB-typischer Gestaltung in die Planskizze?

 

fachliche Bewertung
Abgesehen davon, dass diese Tafel das Zeichen 205 verdeckt, ist sie dem nicht ortskundigen Verkehrsteilnehmer keine Hilfe. Die Darstellung des Kreisverkehrs fehlt und bedeutsame Zwischenziele sind auf der Umleitungsstrecke nicht enthalten. Wer zur B 88 nach Gehren will, muss so oder so der Umleitung folgen, vor allem, weil die Sperrstrecke unmittelbar am Kreisverkehr beginnt.

Die Nennung von Land- Kreis- oder Staatsstraßen ist überflüssig, da diese Nummerierung im Zuge der ortsfesten Wegweisung nicht vorhanden ist und der Verkehrsteilnehmer somit keinen Bezug zu seiner Fahrtstrecke herstellen kann.

 

 

 

 

Ach, alles klar. Also einfach durch den Kreisel nach links - so wie es unsere "Stadtilm-Umleitung" auch schon angekündigt hat. Die folgenden Sackgassenschilder sprechen auch eine recht deutliche Sprache, hier geht es definitiv nur in eine Richtung und das ist die zweite Ausfahrt im Kreisel.

 

 
 
 

Na Bitte! B 87 oder B 88 ist auch hier egal - wir wollen ja nur zur Autobahn. Da nehmen wir auch in Kauf, dass der Weg zur Autobahn offensichtlich über die B 87 nach Stadtilm führt - wie uns die bisherige Umleitungsbeschilderung verdeutlicht hat. Jetzt fahren wir also erst einmal zur B 88, dann sicherlich auf die B 87 nach Stadtilm und dann zur Autobahn. So wird es sein...

 

 

 

 

Aber was ist das? Kurz hinter dem Kreisverkehr endet unsere Umleitung. Na gut, dass hat offensichtlich Methode. Vom zeitlichen und räumlichen Gefühl haben wir zwar keinesfalls Stadtilm erreicht, aber hier geht es ja definitiv zur Autobahn.

 

fachliche Bewertung
Das Ende der Umleitung ist dort anzuzeigen, wo der Verkehrsteilnehmer sein gewünschtes Fahrtziel erreicht hat bzw. oder wo eine weiterführende (ortsfeste) Wegweisung unmittelbar anschließt. Das ist an dieser Stelle noch nicht gegeben.

 

 

 

 

Komisch. Am nachfolgenden Kreisverkehr geht es auf einmal wieder nach Ilmenau. Da kommen wir doch gerade her. Und wo bitte geht's nach Stadtilm? Fahren wir jetzt wieder in das Stadtzentrum zurück und landen erneut in der Chaos-Umleitung vom Anfang unserer Reise? Und wo geht's eigentlich zur im vorherigen Kreisverkehr angekündigten B 88? Die taucht im Vorwegweiser gar nicht auf. Dafür diesmal die wieder die B 87. Aber die führt offensichtlich nicht nach Stadtilm - oder etwa doch?

 

 

 

 

Geradeaus geht es jedenfalls nach Langewiesen, was gemäß der letzten Planskizze in der Nähe der B 88 liegt. Hier geht es hingegen zur B 87 - diese wiederum wurde in der letzten Planskizze gar nicht erwähnt.

 

 

 

 

Scheint wohl so zu sein. Nach dem Kreisverkehr geht es jedenfalls zur A 71 und zur B 87. Offensichtlich scheint in den verantwortlichen Stellen keine Einigkeit darüber zu bestehen, welche Bundesstraße(n) man auf dieser Strecke erreicht. Vermutlich beide, so hoffen wir.

 

fachliche Bewertung
Die im Rahmen der Verkehrsschau durchzuführende Wegweiserschau, sollte derartige Fehler eigentlich vermeiden. Es hat übrigens einen guten Grund, warum im Rahmen von Verkehrsschauen auch ortsfremde Personen beteiligt werden sollen - sie verfügen in der Regel nicht über die Betriebsblindheit, die hier an der Tagesordnung ist.

 

 

 

 

Nachdem wir die Ortseingangstafel von Ilmenau passiert haben, kommen wir an diese Kreuzung. Na endlich, rechts geht's zur Autobahn und nach Stadtilm. Zur B 87 geht es plötzlich nicht mehr, dafür aber zur B 88.

 

 

 

 

Kontinuität ist nicht gerade ein herausragendes Merkmal der vorhandenen Wegweisung. Offensichtlich hatte man an dieser Stelle auch kein passendes Symbol für die B 88 zur Hand. Wie dem auch sei, in wenigen Kilometern erreichen wir tatsächlich die A71 und können dort sogar in Fahrtrichtung Erfurt auffahren. Wie schön.

 

 

 

Fazit:
Die fachgerechte Beschilderung von Umleitungsstecken scheitert bereits an der Planung der Baumaßnahmen. Es sollte durch sorgsame Koordinierung generell vermieden werden, verschiedene Umleitungen zeitgleich auf einer Strecke abzuwickeln. Ist dies dennoch erforderlich, muss insbesondere die Verkehrsbehörde die jeweiligen Umleitungskonzepte sorgsam aufeinander abstimmen. Dabei ist es nicht damit getan, eine vorhandene Umleitung durch eine weitere zu ersetzen. Auch hat die Verkehrsbehörde darauf zu achten, dass die Ausführung der Beschilderung den gültigen Vorschriften entspricht.

Stattdessen verlassen sich die Behörden auf die Kompetenz der Verkehrssicherungsfirmen, die ihnen in der Regel die Umleitungspläne zuarbeiten. Hier entsteht wiederum der Eindruck, dass Planskizzen zum "Standardbesteck" einer jeden Umleitung gehören müssen, auch wenn sie zum Verständnis der Verkehrsführung nur selten beitragen. Schrottreifes Material und unzureichende Ausführung der Beschilderung, nebst sparsamen Einsatz der erforderlichen Auskreuzvorrichtungen, ungeeignete Standortwahl und fehlender Bezug zur vorhandenen Wegweisung, führen dazu, dass die Umleitung zur Unleitung wird. Im Ergebnis wundern sich dann die Verantwortlichen, warum Fahrzeugführer entgegen der Einbahnstraße unterwegs sind, oder bedingungslos auf ihr Navigationsgerät hören. Letztere sind verhältnismäßig neu, die Vorgaben zur fachgerechten Umleitungsbeschilderung existieren hingegen schon weitaus länger. Nur werden sie nicht in dem Maße angewandt, wie es erforderlich wäre.

 

Anhang - Qualität des eingesetzten Materials: