Überarbeitung bzw. Herstellung von Umleitungsschildern

 

Verkehrszeichen und damit auch Umleitungsschilder, müssen gemäß VwV-StVO anerkannten Gütebedingungen entsprechen. Streng genommen dürfen nur Schilder zum Einsatz kommen, die von entsprechenden Schilderwerken hergestellt wurden (RAL Güteverkehrzeichen). Unautorisierte Änderungen durch Dritte sind hingegen unzulässig - das Verkehrszeichen entspricht in diesem Fall nicht mehr den entsprechenden Anforderungen und darf folglich nicht im Anwendungsbereich der StVO eingesetzt werden - zumindest theoretisch.

 

 

 

 

Gestaltung in der Theorie

Ausführung in der Praxis

 

 

Da es insbesondere in der Verkehrssicherungsbranche üblich ist, Verkehrszeichen im eigenen Haus anzupassen bzw. für den temporären Einsatz herzustellen, hat die Gütegemeinschaft Verkehrszeichen ein Zertifizierungssystem zur Überarbeitung temporär genutzter Verkehrszeichen entwickelt. Hiermit soll autorisierten Unternehmen (autorisierte Verarbeiter) ermöglicht werden, die bisherige Grauzone zu verlassen, wodurch die fertige Beschilderung im Einklang mit den Festlegungen der VwV-StVO steht. Das ein solches Qualitätsmanagement dringend nötig ist, beweist wie immer die Praxis.

Im Zuge einer Baumaßnahme wird eine Bedarfsumleitung mit mobilen Schildern weitergeführt. Das beauftragte Unternehmen nutzt hierzu Schilder, die vermutlich irgendwann mal im Zuge eines anderen Auftrages demontiert wurden (ehemalige ortsfeste Beschilderung). Anstatt die noch gebrauchsfähigen Schilder zu entsorgen, wandern sie in das Regal für die Miet-Beschilderung - so gesehen eigentlich eine sinnvolle Nachnutzung.

 

Da man aber wie in diesem Fall keine geradeaus weisende U 98 braucht, sondern eine rechtsweisende U 35, muss das Schild geändert werden. Über die vorhandene Nummer wird deshalb ein Rechteck mit blauer Reflexfolie geklebt, welche in diesem Fall sogar der ursprünglichen Folie auf dem Schild entspricht. Beim ebenfalls überklebten Pfeil sieht das schon anders aus, denn hier wurde eine Folie auf der Basis von Mikroprismen verklebt und das ergibt natürlich einen visuellen Unterschied. Besonders bemerkenswert ist aber die neu aufklebte Nummer sowie der Pfeil - diese bestehen lediglich aus ganz normaler weißer Klebefolie, welche das Licht nicht zurück zur Lichtquelle reflektiert, weshalb die damit gestalteten Inhalte dunkel wirken. Sie werden von der restlichen Schildfläche überstrahlt.

 

Im Ergebnis haben wir ein Schild mit einem RAL-Gütezeichen auf der Rückseite, welches rein technisch nicht ansatzweise den Gütebedingungen entspricht und zudem bei Dunkelheit völlig unbrauchbar ist. Mit geübtem Blick fällt die Mogelpackung natürlich schon bei Tageslicht auf. Da eine fachgerechte Abnahme auch die Bewertung der Verkehrsführung bei Dunkelheit beinhaltet, würden die Verantwortlichen aber spätestens dann die Mängel erkennen, die hier dokumentiert sind.

 

Doch wie so oft gibt es offenbar weder eine Abnahme am Tag, noch bei Nacht und folglich wird hier eine Leistung vergütet, die unzureichend ist. Doch genug der lobenden Worte für das Improvisationsgeschick in der Praxis und die Arbeit der Bauüberwachung - zurück zur Theorie. Beginnen wollen wir mit der Überarbeitung eines Zeichen 455.1:

 

Zeichen 455.1 überarbeiten (Größe 2)

 

 

 

Grundlage: 900x600mm

 

Maßlinien

 

fertiges Zeichen 455.1-10

 

Die Grundlage für Zeichen 455.1 bildet eine gelbe Tafel mit den Maßen 900x600mm (Größe 2). Diese verfügt über einen schwarzen Rand mit 15mm Breite und einem gelben Kontraststreifen mit 10mm Breite. Die Schrifthöhe für das U beträgt 175mm. Die Oberkante des U ist 150mm von der oberen Außenkante des Schildes entfernt - entsprechend ist die Grundlinie 325mm von der oberen Außenkante, bzw. 575mm von der unteren Außenkante entfernt. Der Pfeilschaft beginnt 90mm ab der unteren Außenkante des Schildes (gilt für gebogenen Pfeil links, geradeaus und gebogenen Pfeil rechts).

 

Zeichen 460 überarbeiten (Größe 2)

 

 

 

Grundlage: 900x600mm

 

blaues Farblaminat

 

fertiges Zeichen 455.1-10

 

Die Grundlage für Zeichen 460 bildet eine weiße Tafel mit den Maßen 900x600mm (Größe 2). Auf diese Tafel wird ein blaues Farblaminat (870x570mm, Blau transparent) aufgebracht, auf welchem Schriften, Zahlen und Pfeile geplottet sind. An diesen Stellen wird die blaue Folie entfernt - sprich man hat dann im konkreten Beispiel ein blaues U, eine blaue 22 und einen blauen Pfeil, welche aus der Folie herausgelöst werden müssen. Die Schrifthöhe für das U sowie die 22 beträgt 175mm. Die Oberkante der Beschriftung ist 150mm von der oberen Außenkante des Schildes entfernt - bemessen auf das blaue Farblaminat sind es jedoch nur 135mm, da der weiße Rand (15mm) berücksichtigt werden muss. Der Pfeilschaft beginnt 90mm ab der unteren Außenkante des Schildes (gebogener Pfeil links, geradeaus, gebogener Pfeil rechts) - bemessen auf das Farblaminat sind es in diesem Fall 75mm, da auch hier der weiße Rand (15mm) berücksichtigt werden muss.

 

Vorteil von Farblaminaten
Die vorgestellte Variante zur Überarbeitung von Zeichen 460, bzw. "blauen Zeichen 455.1" unter Anwendung von Farblaminaten, ist als Idealvariante anzusehen - vorausgesetzt, die eingesetzten Folien lassen sich problemlos wieder ablösen. Der Vorteil besteht im Wesentlichen darin, dass farbige transparente Klebefolien problemlos auf Standard-Schneideplottern verarbeitet werden können. Würde man stattdessen eine Fertigung wie beim Zeichen 455 durchführen, daher mit einer blauen Tafel als Grundlage für eine weiße Beschriftung und Pfeile, ergeben sich insbesondere bei den Rückstrahlklassen RA2 und RA3, bzw. dem Folienaufbau B und C Probleme, denn diese Folien lassen sich in der Regel nicht mit Standardwerkzeugen plotten. Zudem müsste die Reflexfolie immer auf einer Zwischenfolie aufgebracht sein, da sie sich sonst nicht wieder vom Schild entfernen lässt. Genau aus diesem Grund greifen viele Unternehmen zur normalen weißen Klebefolie und erstellen damit Verkehrszeichen, die bei Dunkelheit unbrauchbar sind. Hierzu noch ein Praxisbeispiel:

 

Hätte man dieses Schild mit Farblaminaten hergestellt, würde man auch den weißen Pfeil und die Zahl 35 erkennen. Die weiße Grundfläche sorgt dann für die entsprechende Retroreflexion auf der gesamten Schildfläche und das blaue Farblaminat färbt das Schild an den entsprechenden Stellen ein. Die hier gezeigte Lösung ist für den Verkehrsteilnehmer hingegen keine Hilfe.

 

Zielangaben und Zusatzzeichen
Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch bei farbigen Zielangaben wie Bundesstraßen- oder Autobahnnummern sind Farblaminate bestens dazu geeignet, die erforderliche (und vorgeschriebene) Tag-/Nachtgleichheit zu gewährleisten. In der Praxis nutzt man aber auch hierfür ebenfalls konventionelle Klebefolien, wie das nachfolgende Beispiel zeigt:

 
 

 

 
 

Situation am Tag

 

Situation bei Nacht

 
 

Bereits am Tag fehlt der BAB-Nummer der notwendige Kontraststreifen - doch dies ist nur eine Kleinigkeit, im Vergleich zur Wirkung bei Dunkelheit. In diesem Fall ist nur ein schwarzes Rechteck zu sehen, wodurch die wichtige Information für den Verkehrsteilnehmer verloren geht. Warum das so ist, zeigt die Detailaufnahme:

 

Das an einigen Stellen offensichtlich mit einer Bastelschere aus dem Kindergarten ausgeschnittene Kunstwerk, wurde aus konventioneller Klebefolie gefertigt. Entsprechend reflektiert nur die weiße Grundfläche des Zusatzzeichens das Licht zurück zum Verkehrsteilnehmer - und das auf Basis einer Hochreflexfolie RA2/B. Folglich wird die BAB-Nummer von der Grundfläche überstrahlt und ist somit bei Dunkelheit nicht erkennbar.

 

Vergleichsmuster
Die nachfolgend abgebildete Tafel dient dem Vergleich der beiden Ausführungen. Die Inhalte im oberen Teil wurden aus konventioneller Klebefolie gefertigt und wirken im Tageslicht daher etwas brillanter. Mit beiläufigem Blick ist der Unterschied am Tage ggf. nicht sofort erkennbar - erst wenn man genauer hinsieht, wird ersichtlich, dass konventionelle Klebefolie verwendet wurde.

 

Im unteren Teil wurden Farblaminate eingesetzt, daher eine transparente Klebefolie in der jeweiligen Farbe. Man sieht deutlich, dass die Reflexfolie der Tafel noch durchscheint (Siegelstege). Genau das ist der Garant für die Erkennbarkeit bei Dunkelheit. Bei der Abnahme ist folglich auf solche Kriterien zu achten, denn das RAL-Gütezeichen ist im Bereich der temporären Beschilderung leider nur selten ein Garant für Qualität..

 

Detailaufnahme: Links das blaue, rechts das gelbe Farblaminat. Die Mikroprismen der Reflexfolie sind in beiden Fällen sichtbar - das auftreffende Licht wird durch die Farblaminate eingefärbt - die Retroreflexion der Grundfläche bleibt erhalten. Entsprechend ist die Farbgebung auch bei Dunkelheit vorhanden.

 

Aufnahme bei Dunkelheit: Der obere Teil ist nicht erkennbar, denn die konventionelle Folie überdeckt an dieser Stelle die Reflexfolie. Entsprechend wird das Licht nur von der restlichen Schildfläche zurück zum Fahrzeugführer reflektiert, weshalb der obere Teil überstrahlt wird und folglich dunkel erscheint. Im Gegensatz dazu sieht man die Funktion der Farblaminate im unteren Teil sehr deutlich - beide Inhalte sind einwandfrei erkennbar, die Farben bleiben erhalten.

 

Symbole und Piktogramme
Die fachgerechte Gestaltung von Verkehrszeichen erfordert insbesondere die Einhaltung der grafischen Vorgaben. Wie bereits beschrieben, ist eine RWB-konforme Ausführung in der Regel nicht möglich - dennoch sollten die RWB als Referenz dienen. In jedem Fall müssen Symbole und Piktogramme der Gestaltung nach StVO und VzKat entsprechen. Auch hierzu wieder Beispiele aus der Praxis:

 
 

 

 
 

Autobahn-Symbol in der Praxis

 

Symbol nach StVO / VzKat

 
 
 

 

 
 

Bundesstraßennummer in der Praxis

 

Symbol nach StVO / VzKat

 
 
 

 

 
 

Autobahnnummer in der Praxis

 

Symbol nach StVO / VzKat

 
 

zusätzlicher Rand
Die Darstellung der BAB-Nummer auf weißen oder gelben Grund, erfordert stets einen zusätzlichen blauen Rand. Fehlt dieser Rand, ist die Abbildung nicht korrekt, da nur der blaue Innenteil sichtbar ist - zur BAB-Nummer gehört aber auch der weiße Rahmen. Ohne den zusätzlichen Rand hebt sich der weiße Rahmen nicht von einer weißen oder gelben Grundfläche ab. Abgesehen davon empfiehlt sich die Darstellung von BAB-Nummern zusammen mit dem BAB-Symbol in einem blauen Zielblock.

 

Ziffern
Die Ziffern von Bundesstraßen- oder Autobahnnummern werden in Mittelschrift nach DIN 4151 ausgeführt - hiermit lassen sich bis zu dreistellige Nummern darstellen. Die Engschrift ist für diese Anwendung nicht vorgesehen, es sei denn, es handelt sich z.B. um eine B 123n, dann kann ausnahmsweise auf Engschrift zurückgegriffen werden. Die Buchstaben A oder B werden auf den Symbolen nicht gezeigt - lediglich die Nummer wird dargestellt.

 

Schriftart
Wie bei allen Verkehrszeichen ist auch bei Umleitungsschildern und deren Zusätzen (z.B. Zielangaben) ausschließlich die Verkehrsschrift nach DIN 1451 vorgesehen - andere Schriftarten dürfen nicht verwendet werden. Bei der Auswahl der Schrift ist der Fetten Mittelschrift (Schriftform B) der Vorzug zu geben. Es ist im Einzelfall geraten, einen langen Ortsnamen sinnvoll abzukürzen, anstatt die Engschrift (Schriftform A) zu benutzen. Sie sollte wirklich nur im Ausnahmefall eingesetzt werden, da die Lesbarkeit im Vergleich zur Mittelschrift eher bescheiden ist.

 

 

 

Schrifthöhe
Die Lesbarkeit eines Schriftzuges steht in Zusammenhang mit der gefahrenen Geschwindigkeit und der Schrifthöhe. Die idealen Werte lassen sich berechnen, es geht aber auch mit einer Faustregel: Je größer umso besser. Natürlich gilt das nicht uneingeschränkt, doch die Wahl der Schrifthöhe sollte nicht allein auf technischen Grenzen (z.B. Schnittbreite Plotter) oder ökonomischen Vorgaben (Folienkosten) basieren. Im Sinne eines einheitlichen Erscheinungsbildes ist natürlich auch eine einheitliche Schriftgröße zu wählen. Bei Planskizzen sind das in der Regel 126mm (außerhalb von Autobahnen), wobei schon das ein Zugeständnis für die Baustellenabsicherung ist.

Würde man Planskizzen stets unter den Kriterien der RWB / RWBA projektieren (was hinsichtlich der Lesbarkeit sinnvoll wäre), ließen sie sich nie mit den Standardtafeln (1600 x 1250mm) realisieren. Man muss hier aber auch deutlich sagen, dass der Versuch, eine halbe Landkarte auf diese Fläche zu "pressen" immer zum Scheitern verurteilt ist. In solchen Fällen (wenn man sich nicht auf eine vereinfachte, mithin StVO-konforme Gestaltung einigen kann) sind größere Tafeln unerlässlich. Auch hier beginnen die Probleme aber wie üblich schon in der Planungs- bzw. Ausschreibungsphase - mehr dazu im Kapitel "Planskizzen".

 

Skalierung der Schriftzüge
Damit die Lesbarkeit der Schrift erhalten bleibt, dürfen Schriftzüge nur proportional vergrößert oder verkleinert werden. Keinesfalls dürfen die Schriftzüge lediglich in der Breite oder in der Höhe verändert werden (gequetscht oder gestreckt), da sich dadurch das Schriftbild ändert. Darunter leidet die Lesbarkeit und das Ergebnis entspricht nicht mehr der DIN 1451.

Wie bereits zur Schrifthöhe erläutert wurde, richtet sich die Schildgröße nach der erforderlichen Schrifthöhe und nicht umgekehrt. Ist man auf bestimmte Maße festgelegt (Zieltafeln) sind sinnvolle Abkürzungen, Silbentrennungen usw. zu prüfen, bevor an der Schrifthöhe bzw. dem eigentlichen Schriftbild (Spationierung bzw. Abstandsgestaltung zwischen den Buchstaben usw.) Hand angelegt wird.

 

 

 

 

proportionale Größenänderung

proportionale Größenänderung

horizontal "gequetscht"

vertikal "gequetscht"

 

 

 

 

 

 

Gliederung auf dem Schild / Abstand zum Rand
EinevernünftigeGliederungverbessertdieLesbarkeiterheblich. In der Praxis nutzt man hingegen den Rand gleich als Grundlinie, um sich das Anzeichnen zu sparen. Beliebt ist auch die nahezu vollständige Ausnutzung der verfügbaren Fläche - daher klebt die Schrift nicht nur am Rand, sondern wird ggf. noch von anderen Inhalten überdeckt. Beim Einsatz von Symbolen wird gerne auf vorhandenes Material zuzrückgegriffen, auch wenn dies für das zu beklebende Schild eigentlich zu groß ist. Nicht selten werden Schriftzüge auch in zwei verschiedenen Schriftgrößen auf einem Schild platziert.

 
 

 

 

(1) Beispiel gemäß StVO

(2) Lösung in der Praxis

(3) Abbildung im VZ-Plan

(4) verbesserte Darstellung

 

 

Am Beispiel des StVO-Zusatzzeichens (1) lässt sich eine sinnvolle Darstellung erläutern - der Text ist ausreichend vom Rand entfernt und damit gut erkennbar. Im Gegensatz dazu wirkt das Praxisbeispiel (2) unprofessionell - einhergehend mit einer schlechten Lesbarkeit. Solche Lösungen entstehen, wenn das Schild nicht vorab im Computer detailgenau zeichnet wird. Stattdessen werden die Schriftzüge in einer bestimmten Größe ausgeplottet und dann irgendwie auf die Schildfläche geklebt - selbst wenn die Schildgrößen auf Grund nicht einheitlicher Materialauswahl variieren.

Grundübel ist oftmals die Tatsache, dass man sich bereits bei der Erstellung des Umleitungs- bzw. Verkehrszeichenplanes keine Gedanken über die spätere Darstellung auf den Schildern macht (das trifft vor allem auch auf Planskizzen zu). So werden die Schilder in Plänen in der Regel nicht originalgetreu gezeichnet, sondern nur irgendwie zusammengebaut, damit der Inhalt stimmt und auf dem Plan erkennbar ist. Üblicherweise kommt dann auch keine Verkehrsschrift nach DIN 1451 zur Anwendung, sondern z.B. eine Arial, natürlich nicht in der richtigen Schrifthöhe (Beispiel 3) und, je nach Bedarf, gequetscht oder gestreckt.

Korrekt wäre es, bereits bei der Erstellung VZ-Planes die jeweiligen Schilder detailgetreu zu zeichen (Beispiel 4). Das Ergebnis sind einheitliche Werkzeichnungen, nach denen sich die Auftragnehmer richten müssen. Stattdessen ist in der Praxis die "Handschrift" der jeweiligen Verkehrssicherungsfirma erkennbar - sprich es obliegt allein diesen Unternehmen, wie die Schilder am Ende aussehen. Bei einer Baumaßnahme mit z.B. drei Bauphasen, aber jeweils einheitlicher Umleitung kann es also vorkommen, dass die Schilder mit jedem Wechsel des Verkehrssichereres anders aussehen.

 

farbige Schriftzüge
Die bereits zu farbigen Symbolen getroffenen Aussagen gelten natürlich auch für farbige Schriftzüge. Insbesondere bei entsprechenden Hinweistafeln, wird oft das Wort "gesperrt" in roter Farbe ausgeführt, um dessen Bedeutung hervorzuheben. Natürlich gibt es auch andere Anwendungsfälle:

 
 

 

 
 

Erscheinungsbild am Tag

 

Erscheinungsbild bei Nacht

 
 

Neben der äußerst gelungenen grafischen Gestaltung der "Planskizze" ist natürlich auch die technische Ausführung bemerkenswert. Wenn man schon der Meinung ist, man muss die Bedeutung von Schriftzügen hervorheben, indem man sie in roter Farbe darstellt, dann sollte diese Eigenschaft natürlich auch bei Dunkelheit vorhanden sein. Doch auch in diesem Fall wurde lediglich konventionelle Klebefolie eingesetzt, wodurch die rote Farbgebung bei Nacht verloren geht. In diesem Fall muss man sich auch die Frage stellen, ob Blechtreibschrauben als Bestandteil der "Aufstellvorrichtung" inzwischen den Stand der Technik in der Verkehrssicherungsbranche repräsentieren.

 

Pfeilspitzen
Sofern man sie, wie im vorherigen Beispiel, nicht ganz weglässt, kommen auf Planskizzen stets nur Herzpfeile (mit Ausnahme integrierter Zeichen 455.1) zur Anwendung. Auf Zeichen 455.1 werden Pfeile im ISO-Stil dargestellt. Umleitungsschilder mit Herzpfeil waren bis Anfang der 90er Jahre üblich bzw. zulässig. Mit der Änderung der StVO im Jahr 1992 wurde die bis heute aktuelle Variante mit Iso-Pfeil eingeführt.

 

 

 

 

Alte Zeichen 455 mit Herzpfeil sind bei der Abnahme regelmäßig ein Grund zur Beanstandung - auch wenn sich das kleinlich anhört. Natürlich erfüllt das Schild auch mit Herzpfeil seinen Zweck - zumindest bei Tageslicht. Allerdings wurden die eingesetzten Schilder in der Regel vor 1992 produziert, weshalb sie im Einzelfall nicht mehr gebrauchstauglich sind - insbesondere bei Dunkelheit.