Allgemeines / Grundlagen

 

Für die Beschilderung bzw. Ausgestaltung von Umleitungen existieren eigene Festlegungen, in Form der Richtlinien für Umleitungsbeschilderung (RUB). Die gegenwärtig aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 1992 und wurde vor geraumer Zeit überarbeitet. Seit dem schlummern die neuen Entwürfe gewissermaßen in einer Schublade beim BMVBS - bzw. jetzt BMVI. Ob und wann die überarbeitete Fassung veröffentlicht wird, ist bisweilen unklar - inzwischen eine Standardsituation im Anwendungsbereich der RSA und ähnlicher Vorgaben.

Immerhin hat man es vollbracht, am 1. April 2013 den Neuerlass der Straßenverkehrsordnung in Kraft treten zu lassen. Dies war nach Ansicht des BMVBS notwendig, weil die sog. Schilderwaldnovelle von September 2009 vermeintlich nichtig gewesen sei. Die besagte Novelle hatte u.a. zur Ungültigkeit alter Verkehrszeichen (in der Gestaltung vor 1992) geführt, was für große Aufruhr im deutschen Straßenwesen sorgte. Dank der vermeintlichen Klarstellung durch Verkehrsminister Ramsauer wurden die Wogen jedoch geglättet und es kehrte wieder Ruhe ein im Schilderwald. Fehlerkorrektur nach Politiker-Art trifft es ganz gut.

Wie dem auch sei: Seit dem 1. April 2013 gilt die neue StVO. Das hat zur Folge, dass die bisherige Beschilderungspraxis von Umleitungen einigen Änderungen unterliegt, welche im Prinzip bereits mit der vermeintlich nichtigen StVO Novelle im Jahr 2009 eingeführt wurden, sich aber - über den Neuerlass von 2013 hinweg - noch nicht bis zu jedem Anwender (insbesondere Planungsbüros, Behörden, Fachbetriebe für Verkehrssicherung usw.) herumgesprochen haben. Sowohl die neuen, als auch die bereits existierenden Kriterien sollen deshalb im Rahmen dieser Seiten erläutert werden. Zunächst zu den Grundlagen:


alles klar?

 

Größe der Verkehrszeichen
Damit der Verkehrsteilnehmer der ausgewiesenen Umleitungsstrecke folgen kann, ist die richtige Schildgröße entscheidend, denn zu kleine Schilder werden häufig übersehen. Gerade bei Umleitungen besteht ein erhöhtes Orientierungsbedürfnis und folglich muss die Beschilderung diesem Anspruch gerecht werden. Zur Arbeitsstellensicherung und daher auch zur Einrichtung von Umleitungen, ist grundsätzlich mindestens die Schildgröße 2 erforderlich, je nach Einsatzgebiet auch die Größe 3. Diese Regelung betrifft insbesondere die Zeichen 455.1 bzw. 455.2:

 

 

Größe 1
(Ausnahme)

Größe 2
(Standard)

Größe 3
(Übergröße)

 

 

630 x 420mm

900 x 600mm

1260 x 840mm

 

 

70% von Größe 2

100%

140% von Größe 2

 

 

In der Praxis werden in vielen Fällen Schilder der Größe 1 eingesetzt, obwohl dies in der Regel unzureichend ist. Auch Fachbetriebe für Verkehrssicherung bilden hier keine Ausnahme. Sollte die reduzierte Größe aus Sicht der Behörde ausreichend sein, so ist dies gesondert zu vermerken. Ein mögliches Anwendungsgebiet ist z.B. das innerörtliche Nebenstraßennetz mit geringer Verkehrsbedeutung, oder die Führung von Fußgängern und Radfahrern.

Grundsätzlich ist bei der Interpretation eines Beschilderungsplanes jedoch mindestens von Größe 2 auszugehen. Das Ermessen liegt hier bei der anordnenden Behörde und nicht bei demjenigen, der die Schilder aufstellt. Es zählen die Anforderungen an die Verkehrsführung und nicht die individuellen Unzulänglichkeiten des Schilderlagers. Je nach Streckenführung kann es erforderlich sein, neben der Standardgröße 2 auch die Größe 3 einzusetzen, insbesondere wenn die Umleitung über Autobahnen oder autobahnähnliche Straßen führt.

 

Zielangaben stets über dem Umleitungsschild
In vielen Fällen ist es erforderlich, Umleitungen zu nummerieren, oder Zielangaben in die Umleitungswegweisung aufzunehmen. Die RUB enthalten hierzu seit vielen Jahren konkrete Gestaltungsvorschriften und Anforderungen, von denen in der Praxis jedoch oftmals abgewichen wird.

 

Bisher waren diese drei Varianten möglich bzw. amtlich:

 
 

 
 

Zielangabe direkt
auf Z 455

Zielangabe auf
Zusatzzeichen

Nummerierte
Umleitung

 
 

Die Abbildung der Schilder erfolgt nicht ohne Grund in Grau: Mit der Änderung der StVO im Jahr 2013, wurden die bisherigen Regelungen der RUB gewissermaßen überschrieben. Folglich regelt sich die Ausführung der Zielangeben jetzt zunächst allein nach der StVO, da die RUB in diesem Punkt veraltet und gegenüber der StVO nachrangig sind. Die Zielangabe erfolgt gemäß StVO auf zusätzlichen Schildern, welche über dem Zeichen 454 bzw. 455.1 angebracht werden (vgl. Erläuterung zu den Nummern 66 und 67, Anlage 3, StVO).

 
 

 

 
 

weiße Zielangabe
über Zeichen 455.1

 

gelbe Zielangabe
über Zeichen 455.1

 
 

Das gleiche Prinzip kommt selbstverständlich auch beim Einsatz von Zeichen 454 zur Anwendung - daher sind auch hier die Zielangaben über dem Umleitungsschild anzubringen.

 

Im Sinne einer einheitlichen Ausführung und einem effizienten Einsatz nebst Lagerhaltung, sollten weiße Schilder (Blanko-Zusatzzeichen) eingesetzt werden. Natürlich kann man die Schilder auch in Gelb gestalten, daher passend zum Umleitungsschild. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich, da z.B. Planskizzen auch nicht Gelb, sondern Weiß sind. Zwar sollten die Richtlinien für die wegweisende Beschilderung (RWB) hinsichtlich der grafischen Gestaltung stets als Referenz dienen, sie können aber so oder so nicht exakt auf die Anforderungen bei temporären Umleitungen adaptiert werden. Die konsequente Trennung der Farben nach Zielen (insbesondere Weiß und Gelb), wäre bei Umleitungen zu viel des Guten. Zudem kann es im Einzelfall vorkommen, dass die Zielangabe auf gelben Grund mit einer Ortstafel verwechselt werden kann.

 

Umleitung für bestimmte Verkehrsarten - Zusatzzeichen ebenfalls über dem Umleitungsschild
Die neue StVO stellt in der Anlage 3 zu den Nummern 66 und 67 klar, dass auch Hinweise auf bestimmte Verkehrsarten über dem Umleitungsschild anzubringen sind. Folglich ist die bisher praktizierte Montage (Zusatzzeichen unter dem Umleitungsschild) nicht mehr anzuwenden.

 
 

 

 
 

Umleitung für
PKW mit Anhänger

 

Umleitung für
Fahrzeuge über 3,5t

 
 

Bundesstraßen- und Autobahnnummern
Es kann im Einzelfall sinnvoll sein, anstelle eines Fernziels, oder zusammen mit dem Fernziel, eine Autobahn- bzw. Bundesstraßennummer darzustellen. Insbesondere dem Fernverkehr wird hierdurch eine klare Wegweisung geboten. Oft wollen die Fahrer z.B. nur die nächste Autobahn erreichen und kümmern sich daher wenig um unbedeutende Ortsnamen. Auch wenn eine Bundesstraße komplett umgeleitet wird, kann es sinnvoll sein, die Bundesstraßennummer auf dem zusätzlichen Schild über Zeichen 455.1 zu zeigen. Man kann somit die wesentlichen Inhalte der vorhandenen Vorwegweisung in die Umleitungsbeschilderung übernehmen. Im Sinne einer einheitlichen Ausführung sollte sich nach Möglichkeit an den Zielblöcken der RWB orientiert werden. Bundesstraßennummern können ggf. allein stehen, Autobahnnummern sollten stets in einem blauen Feld zusammen mit dem Autobahn-Sinnbild abgebildet werden:

 
 

 

 
 

Zielangabe mit
Bundesstraßennummer

 

Zielangabe mit
Autobahn-Zielblock

 
 

blaue Umleitungsschilder
Die StVO kennt als blaue Umleitungsschilder nur die Varianten von Zeichen 460, welche stets mit einer Nummerierung versehen sind. Die Praxis erfordert jedoch auch "blaue Umleitungen", die keine Nummerierung haben und z.B. im Zuge von Anschlussstellensperrungen erfolgen.

 
 

 

 
 

korrekte Ausführung mit
weißem Rand (außen)

 

abweichende Gestaltung
mit blauem Kontraststreifen

 
 

Bei der Gestaltung dieser Schilder gilt die Ausführung von Zeichen 460 als Vorlage, daher befindet sich der weiße Rand stets an der Schildaußenkante. Die gewissermaßen invertierte Darstellung von Zeichen 455.1, daher Blau statt Gelb und Weiß statt Schwarz, entspricht nicht der üblichen Gestaltung von blauen Verkehrszeichen und sollte deshalb vermieden werden. Die Zielangabe ist in solchen Fällen auf einem blauen Schild zu zeigen, um den Bezug zur Autobahn besser zu verdeutlichen. Ein weißes Schild mit schwarzer Schrift und schwarzem Rand ist ebenso möglich, sollte aber in diesem Fall (BAB-Umleitung) die Ausnahme sein. Die Montage der Zielangaben erfolgt stets über dem Umleitungsschild.

 

Kreisverkehr
In der Praxis lassen sich die Anforderungen an Umleitungen nicht immer mit den standardisierten Verkehrszeichen gemäß StVO / VzKat realisieren. Insbesondere der steigende Anteil von Kreisverkehren im Straßennetz erfordert Lösungen, welche mit den bisherigen Regelungen eigentlich nicht umzusetzen sind. In der Verkehrssicherungsbranche hat sich deshalb seit längerer Zeit ein neues Schild etabliert - das Zeichen 455.1 mit Kreisverkehr-Darstellung:

 

 

 

 

Vorhandener Vorwegweiser

bisher nicht amtlichte
Variante von Zeichen 455.1

 

 

Die Aufnahme dieser Sonderform in den Katalog der Verkehrszeichen ist bisher nicht geplant. Dennoch soll an dieser Stelle die Möglichkeit gezeigt werden, auf Zeichen 455.1 eine Kreisverkehrsführung abzubilden, damit der Verkehrsteilnehmer die gewünschte Fahrtrichtung im Abgleich zum vorhandenen Vorwegweiser besser deuten kann. Die Gestaltung des Kreisverkehr-Symbols sollte analog zu den vorhandenen Vorwegweisern und daher in Anlehnung an die RWB erfolgen.

 

Wahl der Reflexfolie / Rückstrahlklasse
Wie alle Verkehrszeichen müssen auch Umleitungsschilder retroreflektierend ausgeführt sein, damit die Tag- / Nachtgleichheit gewahrt ist und vor allem damit die Schilder auch bei Dunkelheit klar erkennbar sind. Grundsätzlich ist hierzu zu sagen, dass die Vorgaben inzwischen einheitlich zur Rückstrahlklasse RA2 tendieren. Für die alten Hasen bedeutet das: Folien vom ehemaligen Typ II. Die Klasse RA1, daher ehemals Typ I, ist nur in begründeten Ausnahmefällen einzusetzen und findet maßgeblich in der Beschilderung für Fußgänger und Radfahrer Anwendung. Im verkehrsarmen, innerörtlichen Nebenstraßennetz ist der Einsatz der Klasse RA 1 auch für den Kraftfahrzeugverkehr denkbar, stellt aber in diesem Fall auch die Ausnahme dar.

 

An diesen Foto lässt sich die Problematik mit den Reflexfolien sehr gut erläutern: Ganz im Vordergrund steht ein neues Zeichen 205 mit Folie RA2/C (Mikroprismen). Dahinter ein neuer Vorwegweiser, ebenfalls Folie RA2/C. Die Abdecktafeln entsprechen zwar auch der Klasse RA2, allerdings der Bauart B, also eingekapselte Glasperlen (ehem. Typ II, die klassische Wabenfolie). Schon hier besteht ein visueller Unterschied zwischen der gelben Folie auf Basis von Mikroprismen (Wegweiser) und der Glasperlenfolie (Abdecktafeln). Noch deutlicher wird dies bei der Bedarfsumleitung U37 über dem Wegweiser. Das ursprünglich rechtsweisende Schild basiert auf einer Folie RA2/C und ist im Sieb- bzw. Digitaldruck gefertigt (weißer Grund, blauer Druck). Nun wurde jedoch ein linksweisendes Schild mit einer anderen Nummer benötigt und dazu der vorhandene Pfeil überklebt - offensichtlich mit blauer Folie der Klasse RA1 Aufbau A (ehem. Typ I). Die Nummer 37 wurde ebenfalls aus Folie der Klasse RA1/A gefertigt und ist deshalb nahezu unsichtbar. Der weiße Pfeil hingegen scheint aus Folie RA2/C oder sogar RA3/ zu sein. Daher haben wir auf einem Schild mindestens zwei, wenn nicht sogar drei oder vier verschiedene Folienbauarten und Rückstrahlkassen - entsprechend sieht das Ergebnis aus. Und während man das Zeichen 205 nebst Zeichen 215 in über 100m Entfernung noch erkennt (Ebenfalls Folie RA2/C), geht das Ende der Autobahn (Zeichen 330.2) vollkommen unter. Genau so wäre es auch im Falle eines Umleitungsschildes der Klasse RA1.

 

Generell sollte sich die Wahl der Rückstahlklasse nicht nach dem finanziellem Empfinden des Auftraggebers richten bzw. allein vom Auftragnehmer und dessen unzureichendem Lagerbestand abhängig sein. Es gelten u.a. die lichttechnischen Erfordernisse der jeweiligen Straßenklasse nebst deren Verkehrsstärke. Hier wiederum zählt nicht allein der Standort der Sperrung, sondern die Streckenführung der gesamten Umleitung.

 

Ein Beispiel:
Die Ortsdurchfahrt einer kleinen Gemeinde (mit geringer Verkehrsbelastung) soll gesperrt werden, der Verkehr wird großräumig umgeleitet - auch über Bundes- und Kraftfahrstraßen, also Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und entsprechenden Geschwindigkeiten. Es wäre jetzt ein Fehler, nur die Rückstrahlklasse RA1 auszuschreiben bzw. einzusetzen, weil die eigentliche Baumaßnahme lediglich eine "harmlose" Ortsstraße betrifft. Denn sobald die RA1-Schilder im Bereich der Bundes- bzw. Kraftfahrstraße eingesetzt werden und die Regelbeschilderung (Wegweiser usw.) dort in RA2 oder RA3 ausgeführt ist - gehen die RA1-Umleitungsschilder visuell gnadenlos unter (bei Dunkelheit). Folglich sollte sich die Umleitungsbeschilderung, zumindest auf diesen Straßen, nach den Maßstäben der bereits vorhandenen Beschilderung richten - dies kann ggf. auch schon auf einer Landstraße der Fall sein.

 

Da bei der Verwendung von Schildern mit unterschiedlichem Rückstrahlklassen bestimmte Montagefehler vorprogrammiert sind (der unbedarfte Monteur stellt dann das RA3-Schild in die Nebenstraße und das RA1-Schild auf die Kraftfahrstraße), sollte die gesamte Beschilderung einheitlich ausgeführt werden, wobei selbstverständlich die höchstmögliche Anforderung zählt. Sicherlich muss man deshalb nicht auf Dorfstraßen mit der Klasse RA3 anrücken - hier ist Augenmaß gefragt - die Klasse RA2 sollte heutzutage jedoch nicht unterschritten werden, schon gar nicht im Anwendungsbereich der RSA und damit auch bei Umleitungen. Die Rückstrahlklasse RA1 ist genau wie die Schildgröße 1 immer nur die Ausnahme und deren Einsatz muss stets fachlich begründet sein.

 

Aufstellhöhe, Mindestbreite von Geh- und Radwegen, Seitenabstand zur Fahrbahn
Genau wie bei den Reflexfolien gelten auch hinsichtlich Aufstellhöhe, Mindestbreite und Seitenabstand die gleichen Anforderungen wie für alle Verkehrszeichen. Die Aufstellhöhe beträgt demnach für Umleitungsschilder und selbstverständlich auch für Planskizzen 2,00m über Gehwegen und 2,20m über Radwegen. Dies ist mit professionellen Aufstellvorrichtungen problemlos realisierbar. Planskizzen, die in Kniehöhe an zwei Schaftrohren befestigt sind und in jeweils zwei Fußplatten stecken, zählen natürlich nicht zu "professionell" (Bild rechts unten).

 

Der Seitenabstand zur Fahrbahn ist in der Praxis ebenfalls ein Problem - insbesondere bei Planskizzen, Ankündigung und Ende der Umleitung in Form von Zeichen 457.1 bzw. Zeichen 457.2, sowie den Pfeilwegweisern gemäß Zeichen 454. Der Seitenabstand zur Fahrbahn beträgt innerorts mindestens 50cm, im Ausnahmefall 30cm. Außerorts bzw. an vergleichbaren Standorten sind mindestens 1,50m Seitenabstand erforderlich.

 

Die Wahrung des Seitenabstandes hat Konsequenzen für die Aufstellung von Umleitungsschildern und Planskizzen auf Geh- und Radwegen. Die Mindestbreite dieser Verkehrsflächen beträgt im Anwendungsbereich der RSA 1,00m (Gehweg), sowie 0,80m (Radweg) und 1,60m (bei gemeinsamen Geh- und Radwegen). Das Abrücken der Verkehrszeichen von der Fahrbahn (zur Einhaltung des Seitenabstandes) darf also nicht dazu führen, dass Geh- und Radwege mit Aufstellvorichtungen blockiert werden. Die jeweiligen Verkehrsflächen sind zwar für die Aufstellung von mobilen Verkehrszeichen geeignet, aber eben nicht ausschließlich dafür gemacht. Die ungehinderte Nutzung der Wege durch Fußgänger (auch Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen) und Radfahrer hat oberste Priorität.

 

 

Mindestmaße:

 

 

 

Aufstellhöhe über Gehwegen:

2,00 m

 

 

Aufstellhöhe über Radwegen:

2,20 m

 

 

Aufstellhöhe auf Grünstreifen / neben der Fahrbahn sowie außerorts:

1,50 m

 

 

Seitenabstand zur Fahrbahn innerorts (Außenkante Schild):

0,50 m

 

 

Seitenabstand zur Fahrbahn außerorts (Außenkante Schild):

1,50 m

 

 

verbleibende Mindestbreite Gehweg:

1,00 m

 

 

verbleibende Mindestbreite Radweg:

0,80 m

 

 

verbleibende Mindestbreite gemeinsamer Geh-/ Radweg:

1,60 m

 

 

   

Diese Werte gelten natürlich auch bei der Kombination mehrerer Schilder an einem Pfosten (Zeichen 455.1 + Zusatzzeichen + Entfernungsangabe) und, wie bereits erwähnt, auch für Planskizzen. Das hierfür besondere Aufstellvorrichtungen erforderlich sind, sollte jedem Verantwortlichen bewusst sein. Das die Aufstellvorrichtung eventuell mehr Platz einnimmt, als durch das Schild an sich eingeschränkt wird, ist die Konsequenz aus der geforderten Standsicherheit. Innerorts kann daher eine auf 70% verkleinerte Planskizze ausreichend sein (Achtung: Schrifthöhe / Lesbarkeit). Mit einer schmalen Aufstellvorrichtung, einer Aufstellhöhe von 2,20m und dem außermittigen Anbringen des Zeichen 458, lassen sich in der Regel alle Forderungen erfüllen (Abbildung).

 

 

Verzicht auf Zeichen 454 und 457 spart Platz
Die Änderung der StVO hat einen positiven Einfluss auf die Platzprobleme in der Praxis. Die breiten "Wetterfahnen" in Form von Zeichen 454 und Zeichen 457.1 sowie 457.2 können bei Bedarf ersetzt werden. So kann nicht nur die Streckenführung, sondern auch die Ankündigung mit Zeichen 455.1, sowie das Ende mit Zeichen 455.2 beschildert werden. Planskizzen können schon immer in einer verkleinerten Ausführung eingesetzt werden und auch der Verzicht auf diese Tafeln ist möglich und wird durch die neue StVO sogar gefördert - mehr dazu in der entsprechenden Rubrik.