In diesem Kapitel soll das System der Sicherheitsbaken, genauer gesagt der TL-Leitbaken näher erläutert werden. Das Thema ist eigentlich recht einfach, aber bei genauer Betrachtung auch wieder sehr komplex. Dies liegt vor allem an der Vielzahl von TL-geprüften Bakensystemen und deren zulässigen wie auch unzulässigen Kombinationsmöglichkeiten. Nicht alles was rein mechanisch zusammen passt, darf kombiniert werden.

Natürlich führen verschiedene Konzepte zum einfachen Handling dazu, dass der Anwender quasi zur falschen Kombination verleitet wird. Hier ist insbesondere der 40mm Fußplattenschaft zu nennen, welcher den Einsatz von entsprechenden Leitbaken in nahezu jeder beliebigen Fußplatte ermöglicht, auch wenn hierfür in der Regel gar keine Freigabe vorliegt.

Dies ist von der Industrie auch teilweise so gewollt, denn während der Ingenieur im Rahmen der Produktentwicklung ein TL-konformes System vor Augen hat, was möglichst nicht mit fremden Komponenten vermischt werden soll, sieht der Geschäftsmann in erster Linie die Verkaufszahlen. In diesem Fall ist es dann meist egal, was der Kunde mit der Leitbake anstellt - selbst wenn er sie in die Fußplatte vom Wettbewerb steckt.

Dem unbedarften Anwender kommt dies in der Regel gelegen, kann er doch nahezu jede Leuchte auf bzw. an jede Leitbake schrauben und nahezu jede Leitbake in verschiedene Fußplatten stecken. Und sollte es sich doch mal um eine Spezialausführung handeln, wie das Wemas-Drehsystem im nebenstehenden Foto, dann wird die Leitbake einfach auf den Kopf gestellt. Wem das genügt, der sollte ab hier nicht weiterlesen, denn jetzt folgt die graue Theorie.

 

Lampenstutzen in der Fußplatte - geht nicht gibt's nicht!

 

ungeprüfte Systeme / Billigbaken
Zunächst eine grundlegende Betrachtung zu Leitbaken: Der Markt bietet sowohl TL-geprüfte Systeme, aber auch meist preiswerte Produkte, die keinerlei Zulassung aufweisen. In einigen Fällen handelt es sich dabei um abgespeckte Varianten der TL-Leitbaken (z.B. ohne innen liegendes Stützrohr), in anderen Fällen wurden die angebotenen Produkte extra als Billiglösung entwickelt.

Entsprechend sieht es dann hinsichtlich der Qualität aus: Während die Billigbaken auf Basis abgespeckter TL-Leitbaken in der Regel durchaus praxistauglich sind, da sie aus dem gleichen Werkzeug stammen, sind viele der eigens entwickelten Billigbaken das Geld oft nicht wert.

Dabei ist es nicht nur ärgerlich, dass solche Billigbaken nach leichtem Anprall bereits am ersten Arbeitstag versagen und ausgetauscht werden müssen (es sei denn man montiert sie dann wie im oben gezeigten Bild).

Vielmehr spielen je nach Einsatzzweck auch Sicherheitsaspekte eine Rolle. Hier muss man ausdrücklich gegen die Billigbaken votieren, denn im Sinne der passiven Sicherheit, wie sie bei Leitbaken gefordert ist, sind diese Produkte üblicherweise unbrauchbar.

 

eigens entwickelte Billigbake
(ohne TL-Zulassung)

abgespeckte TL-Bake
(ohne TL-Zulassung)

 

Sicherheitsbaken / TL-Leitbaken
Beim Anprall eines Fahrzeugs an eine Leitbake wirken enorme Kräfte. Entsprechend gilt es, insbesondere den Schutz der Fahrzeuginsassen zu gewährleisten, Unbeteiligte nicht zu gefährden und die Schäden am Fahrzeug so zu minimieren, damit dieses noch weitgehend kontrollierbar bleibt. Aus diesen Anforderungen ergeben sich die grundlegenden Kriterien, die ein TL-geprüftes Leitbakensystem erfüllen muss. So dürfen
bei der Prüfung im Anprallversuch:

 

keine Teile in die Fahrgastzelle eindringen oder diese um mehr als 50mm verformen

Frontscheiben aus Verbundglas nicht durchschlagen, mehr als 20mm eingedrückt oder mehr als 1/3 durch Risse und Sprünge undurchsichtig werden,

keine Teile fortgeschleudert werden (ausgenommen sind leichte Bruchstücke, die nicht schwerer als 100g sein dürfen),

Warnleuchten mit Ausnahme von leichten Kunststoffbruchstücken sich nicht von den vertikalen Bauelementen lösen,

vertikale Bauelemente sich nicht insgesamt von den Fußplatten trennen

 

Vereinfacht bedeutet das: Fußplatte, Leitbake und Warnleuchte müssen bei einem Unfall als Einheit verbunden bleiben. Die Leuchte darf sich weder von der Leitbake lösen, noch darf die Leitbake aus der Fußplatte gerissen werden. Das diese Anforderungen von Billigbaken (und Leuchten) in der Regel nicht erfüllt werden, sollte klar sein. Es genügt jedoch nicht, einzelne TL-geprüfte Komponenten beliebig zu kombinieren. Vielmehr dürfen nur Systeme eingesetzt werden, für die eine Freigabe der BASt vorliegt. Diese Freigabe wird stets einer definierten Kombination aus Warnleuchte, Leitbake und Fußplatte erteilt - diese bilden das geprüfte Leitbakensystem.

 

Negativbeispiel: Hier wurde fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann (immerhin weisen die Schraffen in die richtige Richtung). Mit Ausnahme der zweiten Leitbake handelt es sich um Wemas TL-Leitbaken mit Drehsystem. Diese erfordern jedoch passende Fußplatten mit dem entsprechendem Gegenstück, welche offensichtlich nicht vorhanden waren. Der Praktiker hat dafür natürlich eine Lösung: Die Baken werden einfach mit dem Lampenstutzen in die Fußplatte gesteckt. Am eigentlichen Fußplattenschaft (mit Drehadapter) werden dann die ebenfalls unzulässigen Warnleuchten befestigt. Die einzige TL-Warnleuchte (Wemas Future, grünes Gehäuse) hat keine Freigabe für die eingesetzte Leitbake. Diese wiederum wurde in unzulässiger Weise repariert (gekürztes 40x40mm Schaftrohr) und steckt zudem in einer beschädigten und damit ablegereifen Fußplatte.

 

Die Komponenten eines BASt-geprüften TL-Leitbakensystems im Detail:

 

Warnleuchte
Im Anwendungsbereich der TL-Leitbaken dürfen nur hierfür geprüfte bzw. zugelassene Leuchten eingesetzt werden. Die Warnleuchte (bzw. deren Gehäuse) ist stets auf die Lampenstutzen der Baken aufzustecken und mittels Steck- oder Schraubbolzen zu sichern. Die Befestigung mit Bügelschellen ist unzulässig.

Allein dieses Erfordernis schränkt die Auswahl an verfügbaren Produkten deutlich ein, so das nur Kabel-Bakenleuchten und WL-Batteriekombinationen (speziell geprüfte TL-Warnleuchten mit integrierter Batterie) übrig bleiben. Leuchten die diesen Kriterien nicht entsprechen, dürfen nicht an Leitbaken zum Einsatz kommen.

 

auf Leitbaken unzulässige Leuchten und deren
unzulässige Befestigung mittels Bügelschelle

 

Ob die Warnleuchte eine Zulassung nach TL-Warnleuchten und damit eine (lichttechnische) BASt-Prüfnummer besitzt, spielt bei dieser Betrachtung zunächst keine Rolle, entscheidend ist allein die Prüfung nach TL-Leitbaken, daher der erfolgreich bestandene Anfahrversuch. Leuchten die hierfür in Frage kommen, haben generell eine lichttechnische Zulassung nach TL-Warnleuchten - es sein denn, es handelt sich um Produkte, die auf BASt-geprüften Leuchten basieren, aber nachträglich ein anderes Innenleben erhalten.

Grundsätzlich kann man sich hierzu merken, dass alle Warnleuchten, die über eine drehbare Optik verfügen (welche in der Regel nicht in das eigentliche Leuchtengehäuse integriert bzw. eingefasst ist, sondern lediglich auf diesem befestigt ist - siehe Abbildungen oben rechts) generell keine Zulassung nach TL-Leitbaken besitzen und deshalb nicht auf diesen eingesetzt werden dürfen. Ergänzend dazu gilt auch der Grundsatz, dass gewöhnliche Baustellenleuchten (mit integrierten Batterien) grundsätzlich nicht auf Leitbaken verwendet werden dürfen, es sei denn, es handelt sich um extra hierfür entwickelte und zugelassene Produkte (TL-Bakenleuchten mit integrierter Batterie bzw. WL-Batteriekombination).

 

TL-Bakenleuchten mit externer Batterie (Kabelverbindung)
TL-Bakenleuchten entsprechen den lichttechnischen Anforderungen der TL-Warnleuchten 90. Zusätzlich dazu sind sie in Verbindung mit dem passendem Leitbakensystem crashsicher, was durch die Prüfung nach TL-Leitbaken 97 nachgewiesen wird. Die klassische TL-Bakenleuchte verfügt über eine Kabelverbindung zu einer 6V Batteriebox bzw. 6V Kompaktbatterie, welche sich gesichert in der Fußplatte befindet.

 

TL-Bakenleuchten mit externer Batterie (Kabelverbindung)

 

TL-Bakenleuchten mit integrierter Batterie (WL-Batteriekombination)
Die sog. WL-Batteriekombinationen vereinen den Vorteil von integrierten Batterien, mit dem crashsicheren Eigenschaften der TL-Bakenleuchten. WL-Batteriekombinationen stellen allerdings eine Ausnahme von den TL-Vorgaben dar und dürfen nur auf eigens dafür geprüften Leitbaken zur Anwendung kommen. Gegenwärtig betrifft dies auch nur ausgewählte, herstellereigene Bakensysteme. Die Kombination mit anderen TL-Bakensystemen ist bisweilen unzulässig.

 

TL-Bakenleuchten mit integrierter Batterie

 

Bügelhalterung sind an Leitbaken unzulässig
WL-Batteriekombinationen sind universelle Leuchten, die fast jeden Anwendungsfall abdecken. Entsprechend verfügen sie je nach Ausführung über die gängigen Bügelhalterungen, mit denen sie an Absperrschranken, Gerüsten oder Bauzäunen befestigt werden können. Kommen diese Leuchten in Kombination mit Leitbaken zur Anwendung, so dürfen diese Bügelhalterungen nicht zur Befestigung verwendet werden. Die Anforderungen an die passive Sicherheit machen es zudem erforderlich, dass die Metallbügel von den Leuchten entfernt werden müssen. Inzwischen bieten alle Hersteller ihre WL-Batteriekombinationen auch komplett ohne Halter an, da dieser für den Einsatz auf Leitbaken nicht nur unzulässig, sondern vor allem unnötig ist. Der Verzicht auf den Halter ermöglicht ganz nebenbei eine verbesserte Lagerung von vormontierten Leitbaken z.B. auf entsprechenden Stapelpaletten und wirkt sich nicht zuletzt auch auf den Preis der Leuchte aus.

 

Das Kunststoffteil wiegt
ca. 70g und darf an
der Leuchte verbleiben

Der Metallbügel wiegt
ca. 120g und muss
demontiert werden.

 

Leitbake
Das sog. Bakenblatt ist Trägervorrichtung für das Verkehrszeichenbild 605 (Pfeil- oder Schraffenfolie) und verfügt über einen Lampenstutzen sowie einen Fußplattenschaft. Bei TL-Wendebaken sind Lampenstutzen und Fußplattenschaft kombiniert.

 

Lampenstutzen
Der Lampenstutzen ist so ausgebildet, dass die Warnleuchte im Falle eines Unfalls sicher mit der Leitbake verbunden bleibt. Je nach Ausgestaltung (Materialstärke, durchgehende Standrohre usw.) kann er leichte Kabelleuchten (Gewichtsklasse A), schwere Kabelleuchten (Gewichtsklasse B) oder WL-Batteriekombinationen (Kennbuchstaben K, M, T, Z) sicher halten, oder eben auch nicht. So kann es passieren, dass ein für leichte Leuchten (A) konzipierter Lampenstutzen unter (unzulässiger) Verwendung einer WL-Batteriekombination beim Unfall einfach abreißt. Die Leuchte kann dann in die Fahrgastzelle eindringen oder davon geschleudert werden.

 

 

Fußplattenschaft
Der Fußplattenschaft dient der Verbindung zwischen Leitbake und Fußplatte. Es existieren verschiedene Varianten z.B. 40x40mm, 60x60mm, feste oder austauschbare Drehsysteme sowie speziell ausgebildete Aufnahmen bei Klappsystemen. Jedes TL-Leitbakensystem wird mit der hierfür entwickelten Fußplatte geprüft, um zu gewährleisten, dass die Leitbake bei einem Unfall mit der Fußplatte verbunden bleibt.

 

 

Fußplatte
Die Fußplatte dient der standsicheren Aufstellung der Leitbake und nimmt die Batterie von Kabel-Bakenleuchten auf.  Hinsichtlich der Windlast gelten die gleichen Anforderungen wie bei Verkehrszeichen außerorts, nämlich
0,42 kN pro m². Wie bereits beschrieben müssen Fußplatte und Leitbake nicht nur mechanisch zusammen passen, sondern es muss hierfür eine entsprechende Freigabe vorliegen. Deshalb darf z.B. eine TL-Leitbake mit 40x40mm Fußplattenschaft nicht in jede beliebige Fußplatte mit 40x40mm Aufnahme gesteckt werden, selbst wenn es sich hierbei um eine TL-Fußplatte (eines anderen Bakensystems) handelt.

 

 

das Kennzeichnungssystem
Wie die vorstehenden Informationen zeigen, dürfen die einzelnen Komponenten eines Leitbakensystems nur in der zugelassenen Weise miteinander kombiniert werden. Hierfür existiert ein Kennzeichnungssystem, welches die eindeutige Zuordnung der einzelnen Bestandteile ermöglichen soll. Warnleuchten verfügen über Kennbuchstaben, Fußplatten über Kennzahlen. Die Leitbake selbst trägt die BASt-Prüfnummer des Bakensystems und enthält die jeweiligen Kennbuchstaben der Warnleuchten bzw. die Kennzahlen der zulässigen Fußplatten.

 

 

 

Auf der Warnleuchte befinden sich zunächst die BASt-Prüfnummern der lichttechnischen Prüfung nach TL-Warnleuchten. Ersatzweise, bzw. zusätzlich dazu ist der jeweilige Kennbuchstabe aus der Prüfung nach TL-Leitbaken enthalten, in diesem Fall T.

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Leitbake erfolgt die gesamte Kennzeichnung des nach TL-Leitbaken geprüften Bakensystems, entweder in Form von Aufklebern auf der Reflexfolie, oder durch Einprägungen im Bakenkörper. Die Kennzeichnung setzt sich zusammen aus:

 

 

 

 

 

 

BASt-Prüfnummer des Bakensystems, daher der erfolgreich bestandenen Anfahrprüfung nach TL-Leitbaken. Die Darstellung der BASt-Prüfnummern wurde im Laufe der Jahre geändert und kann deshalb auch anders gestaltet sein.

 

 

 

 

 

 

Kennbuchstabe(n) der freigegebenen Warnleuchten, hier nach dem alten System (D,H,J,P,R,S,X,Y) sowie T für die WL-Batteriekombination Nissen BaKoLight. Die Kennzeichnung nach dem neuen System wäre (B,T), daher B für alle Kabelleuchten und T für die BaKoLight.

 

 

 

 

 

 

Kennzahl(en) der geprüften bzw. zugelassenen Fußplatten, in diesem Fall also Nummer 50 bis 54 und 56. In der Regel liegt die Freigabe nur für die herstellereigen Fußplatten vor, es gibt jedoch auch Ausnahmen (ebenfalls mit entsprechender Kennzahl).

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Fußplatte findet sich die auf dem Bakenblatt genannte Kennzahl wieder, hier 56. Eine Fußplatte kann auch mehrere Kennzahlen aufweisen. Auch die zusätzliche Kennzeichnung K1 kann enthalten sein, ist aber in diesem Fall nicht relevant.

 

Kombination mit systemfremden Komponenten
In der Regel reichen die jeweiligen Hersteller ihr hauseigenes Komplettsystem zur Prüfung bei der BASt ein, bestehend aus Warnleuchte, Leitbake und Fußplatte. Da z.B. die Anforderungen an Bakenleuchten aber weitgehend vergleichbare Produkte zur Folge haben, können für ein Leitbakensystem auch mehrere Leuchten freigegeben sein, die dann auch von anderen Herstellern stammen können. Bei Kabelleuchten erfordert dies mindestens zwei erfolgreich bestandene Anfahrprüfungen an bereits freigegebenen Bakensystemen. Im oben gezeigten Beispiel sind alle am Markt verfügbaren Kabelleuchten eingeschlossen.
Ausgenommen hiervon sind die WL-Batteriekombinationen, daher TL-Bakenleuchten mit integrierter Batterie. Sie sind nicht Bestandteil des Systems der Gewichtsklassen (A oder B), sondern haben eigene Kennbuchstaben (K, M, T, Z). Derzeit liegen diese spezifischen Freigaben nur für bestimmte, herstellereigene Leitbakensystem vor.

Die BASt-Freigabe stellt in der Regel sicher, dass die zugelassenen Komponenten auch mechanisch zusammenpassen. Kann eine Bakenleuchte nicht montiert werden, weil z.B. die passende Bohrung für die Befestigungsschraube fehlt, darf dieser "Mangel" nicht durch nachträgliches Aufbohren des Lampenstutzens beseitigt werden. Leitbaken dürfen grundsätzlich nicht nachträglich verändert werden, es sei denn, es handelt sich um den zulässigen Austausch von dafür vorgesehenen Komponenten.

In der Regel erfordert die Freigabe auch herstellereigene Fußplatten mit entsprechender Kennzahl. Es gibt nur wenige Systeme, die eine Freigabe für Fußplatten anderer Hersteller besitzen. Mit einer solchen Zulassung können auch weitere Auflagen verbunden sein, z.B. der Einsatz von Sicherungsstiften, die beim ursprünglichen, herstellereigenen Leitbakensystem, nicht erforderlich sind.

 

Beispiele
Da sich insbesondere die Bakenleuchten mit integrierten Batterien (WL-Batteriekombinationen) hoher Beliebtheit erfreuen und langfristig die Kabel-Bakenleuchten ablösen werden, erfolgt an dieser Stelle eine kleine Übersicht der zugelassenen Kombinationen. Die Freigabe kann zudem für weitere (herstellereigene) Leitbaken erteilt sein - Zulassungen für systemfremde Leitbaken existieren derzeit (Dezember 2014) nicht.

 

 

Horizont TopLED

Horizont OptiLED

Vitraco COMlite

Nissen BaKoLight

Wemas Future

 

 

K

L

M

T

Z

 

 

 

 

 

Prüf-Nr.: 94 2K 001

Prüf-Nr.: V4-11/2014

Prüf-Nr.: V4-04/2014

Prüf-Nr.: 94 2K 013

Prüf-Nr.: 02 2K 15

 

 

mit Fußplatte 33

mit Fußplatte 33

mit Fußplatte 80

mit Fußplatte 56

mit Fußplatte 92

 

 

Weitere Informationen zu den Kombinationsmöglichkeiten sind in der Produktübersicht zu TL-Leitbaken enthalten.

 

Montagekonzepte
Um die Anforderungen der passiven Sicherheit zu gewährleisten, wurden im Laufe der Zeit verschiedene Leitbaken-Konzepte entwickelt. Während die Befestigung der Warnleuchten weitgehend einheitlich über Lampenstutzen erfolgt, existieren bei der Fußplattenaufnahme deutliche Unterschiede.

 

40x40mm Fußplattenschaft
Ein sehr verbreitetes System ist der quadratische Fußplattenschaft 40x40mm. Er findet bei vielen Herstellern Anwendung und ermöglicht den Einsatz in nahezu allen Fußplatten - auch dann, wenn hierfür keine Zulassung vorliegt. Es existieren üblicherweise Systeme, deren Standrohr aus einem speziellen Aluminiumprofil besteht, welches beim Anprall verformt wird und sich gegen die Fußplattenöffnung presst. Dadurch soll verhindert werden, dass die Bake aus der Fußplatte gerissen wird.

Hier gibt es auch Ausführungen, bei denen in das Aluminiumprofil ein zusätzliches Kunststoffteil integriert ist, welches Lamellen aufweist die eine Art Widerhaken bilden. Die passende Fußplatte enthält als Gegenstück ein spezielles Kunststoff-Formteil - daher darf diese Bake nicht in gewöhnlichen 40x40mm Öffnungen zum Einsatz kommen, auch wenn sie dort wunderbar passt.

 

40x40mm Aluminiumprofil mit Kunststoffeinsatz

 

Bei anderen Leitbaken ist der 40x40mm Fußplattenschaft bereits in den Bakenkörper integriert und durch ein zusätzliches Standrohr verstärkt. Hier besteht die Gefahr, dass die Leitbake beim Anprall aus der Fußplatte gezogen wird, weshalb an beiden Komponenten eine Bohrung vorhanden ist, durch die ein Sicherungsstift geführt werden muss. Die beiden Nasen am Fußplattenschaft sollen gewährleisten, dass die Bohrungen von Fußplatte und Bake nach dem Einstecken deckungsgleich sind. Da sich trotzdem ein gewisser Fummelfaktor ergibt (bei der Montage / Demontage muss man sich zudem bei jeder Leitbake bücken) wird der Sicherungsstift üblicherweise weggelassen. Dieser Stift ist jedoch kein Zubehörteil zum Diebstahlsschutz (eignet sich hierfür aber auch), sondern ist Bestandteil des TL-geprüften Systems. Ohne Sicherungsstift entspricht die Kombination nicht den Anforderungen.

 

40x40mm Fußplattenschaft mit Bohrung für Sicherungsstift

 

Drehsystem / Drehadapter
Drehsysteme sind bei Leitbaken auf dem Vormarsch. Sie haben den Vorteil, dass keinerlei Sicherungsstifte nötig sind, da die Bake via Bajonett-System mit der Fußplatte verriegelt wird. Das klassische Drehsystem lässt nur die Drehung um 180° zu, andere Systeme bieten 90°-Schritte, wofür es in der Praxis einige Anwendungsfälle gibt. Die Verriegelung sorgt auch für einen gewissen Diebstahl- und Vandalismusschutz, da die Leitbake nicht einfach aus der Fußplatte gezogen werden kann. Inzwischen werden auch Wendebaken mit Drehsystem entwickelt (daher beidseitig mit Fußplattenstutzen), was insbesondere bei einseitigen Pfeilbaken sinnvoll ist. Die Möglichkeit der Befestigung von Warnleuchten ist jedoch sehr eingeschränkt, da die gängigen Leuchten nicht auf den Fußplattenschaft mit Drehsystem passen.

 

Fest in den Bakenkörper integriertes Drehsystem

 

Während das klassische Drehsystem mit Aufnahmen arbeitet, welche fest in die Fußplatte eingearbeitet sind, basieren neuere Systeme auf Drehadaptern, die in die 60x60mm Aufnahme der Fußplatte gesteckt werden können. Hierdurch werden auch systemfremde TL-Fußplatten einsatztauglich und für einige existiert dafür auch eine Freigabe der BASt. Generell dürfen diese Adapter aber nicht in allen Fußplatten zum Einsatz kommen, sondern nur, wenn die entsprechende Kennzahl übereinstimmt.

Während der Drehadapter bei der ursprünglichen Variante mit Krallen in der 60x60mm Öffnung der Fußplatte gehalten wird, dient ein anderer Adapter quasi nur dazu, das Drehsystem in eine Leitbake mit 60x60mm Fußplattenschaft umzuwandeln.

 

Leitbake mit austauschbarem Drehsystem

 

Klappsysteme
Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Systemen, welchem bei einem Unfall in der Regel unbrauchbar werden, bieten Produkte mit Klappfunktion die Möglichkeit der Wiederverwendung. An dieser Stelle geht es jedoch nicht um Klappbaken in verkleinerter Ausführung (75%) sondern um klassische Leitbaken mit dem Bildmaß 1000x250mm (100%). Von den verschiedenen Klapp-Konzepten aus den 80er und 90er Jahren sind nicht mehr viele anzutreffen - lediglich ein System hat überlebt und ist inzwischen auch wieder sehr populär. Eine spezielle Fußplattenaufnahme sorgt zusammen mit einer ebenso speziellen Fußplatte dafür, dass die Bake beim Anprall zunächst aushebelt wird, zwangsgeführt umkippt und flach auf der Fahrbahn zum Liegen kommt. In der Regel kann eine solche Bake nach dem Anprall sofort wieder aufgestellt werden. Inzwischen wurde für dieses System auch eine Freigabe zur Verwendung der WL-Batterikombination Comlite LED mit dem Kennbuchstaben M erteilt.

 

Spezialaufnahme einer Leitbake mit Klappsystem

 

Befestigung der Batterie
Die Anforderungen an die passive Sicherheit haben zur Folge, dass sich die schweren Hochleistungsbatterien von Kabelleuchten in der Fußplatte befinden müssen. Je nach System existieren Batteriefächer, die bereits konstruktiv verhindern sollen, dass sich die Batterie bei einem Unfall lösen kann.

Andere Systeme erfordern hierzu spezielle Verschraubungen, die letztendlich auch wieder einen gewissen Diebstahlschutz bieten. Da deren Montage aber einen Mehraufwand bedeutet, werden diese Sicherungssysteme in der Regel weggelassen.

Oft ist zu beobachten, dass die Batterien auf oder neben der Fußplatte stehen, oder sich nicht vollständig im Batteriefach befinden. Dies ist mit den Anforderungen an die passive Sicherheit nicht vereinbar und deshalb unzulässig.

 

Die Batterie gehört nicht auf oder neben die Fußplatte, sondern immer in das Batteriefach - ggf. mit zusätzlicher Verschraubung