Bildergalerie Leitbaken

 

Dank dem Verkehrsminister ist das Thema Geisterfahrer wieder in aller Munde. Er will Lösungen schaffen, um Falschfahrten auf Autobahnen künftig zu unterbinden - bis es soweit ist, gibt es jedoch noch einiges zu tun. Geisterfahrer wird es also noch eine Weile geben - und damit diese auf ihren Abwegen nicht unnötig irritiert werden, weisen die Leitbaken in vielen Autobahnbaustellen auch in der falschen Richtung den Weg. Aber im Ernst: Vor allem auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen sind in der Regel einseitige Leitbaken einzusetzen - nicht nur hier im Bereich von Anschlussstellen...

 

...sondern auch in Überleitungsbereichen. Es mag sein, dass Falschfahrten andere Ursachen haben, aber derartige Verkehrsführungen tragen nicht unbedingt dazu bei, eindeutige Verhältnisse zu schaffen. Mit Ausnahme der einseitigen Warnleuchten (immerhin), deutet hier nichts auf eine falsche Fahrtrichtung hin. Und wer sich schon einmal gefragt hat, wie man - unbeabsichtigt - falsch auf die Autobahn auffahren kann:

 

an solchen Stellen geht das prima. Auch der Zustand der vorübergehenden Markierung trägt zum Gesamtbild bei. Eigentlich dürfte eine Verkehr(t)führung so nie eingerichtet werden. Und selbst wenn, dann würden fachgerechte Abnahme, Kontrolle und Wartung (Markierung!) dafür sorgen, dass die Mängel beseitigt werden. Auch ist die vorgeschriebene Verkehrsschau nicht nur bei ortsfesten Beschilderungen, sondern auch bei Langzeitbaustellen wie dieser anwendbar - und auch wie man sieht auch zwingend geboten.

 

 

vor allem bei Nacht werden die Schwächen derartiger Fehlleistungen deutlich.

 

Für alle anderen Verkehrsteilnehmer - also die, die in der richtigen Richtung unterwegs sind -  ergibt sich durch die Verwendung von doppelseitigen Leitbaken ein Chaos aus rot-weißen-Schraffen - vor allem in Überleitungsbereichen. Das ist nicht nur bei Dunkelheit irritierend, es verhindert auch jegliches Verständnis zur Ausrichtung von Leitbaken. Bei der nächsten Sperrung einer Abbiegespur wundern sich die anwesenden Fachleute dann, dass die Verkehrsteilnehmer einfach zwischen den Leitbaken hindurch fahren. Warum das wohl so ist?

 

Fotomontage: So würde die vorschriftenkonforme Lösung aussehen. Doch warum werden derartige Verkehrsführungen nicht fachgerecht ausgeführt?

 

Manchmal liegt es nach Aussage der Verantwortlichen einfach nur daran, dass gerade keine einseitigen Leitbaken vorhanden sind. Diese stehen nämlich an solchen Stellen, wo sie darauf warten, beim Abbau der transportablen Schutzeinrichtung (links im Bild) eingesetzt zu werden. Insgesamt 200 einseitig rechtsweisende Leitbaken werden hier auf knapp 5km Länge am Fahrbahnrand "gelagert".

 

Während die bauliche Trennung auf Autobahnen mögliche Irrfahrten weitgehend unterbindet, ist der sorglose Einsatz doppelseitiger Leitbaken auf Bundes- und Landstraßen weitaus problematischer. Das unzureichende Verschwenkungsmaß und die sehr zurückhaltende Anwendung von vorübergehenden Markierungen, ist im gezeigten Beispiel noch das geringste Problem.

 

Situation bei Dunkelheit

 

Um bei den "Kleinigkeiten" zu bleiben: Die Sicherungsstifte in den Fußplatten fehlen, die Pfeilbaken haben 60% Rotanteil und entsprechen somit nicht der StVO, die Warnleuchten sind nicht TL-konform montiert (der Metallbügel muss demontiert werden), oder haben gar keine Zulassung zum Einsatz auf Leitbaken - in diesem Fall die letzten vier Leuchten.

 

Natürlich sorgen das Zeichen 222 und die gelbe Markierung dafür, dass der durchschnittliche Verkehrsteilnehmer erkennt, wohin er fahren soll. Korrekt wäre aber der Einsatz einseitiger Leitbaken und Warnleuchten, denn letztendlich hat man auch auf der linken Fahrbahnseite eine "Fahrgasse" hergestellt.

 

Situation bei Dunkelheit

 

Da die Gegenrichtung mittels Fahrstreifenbegrenzung abgetrennt ist, hätten auch zur Sperrung des linken Fahrstreifens einseitige Leitbaken eingesetzt werden müssen. Stattdessen wird für die andere Fahrtrichtung (Blickrichtung Foto) auf der gesamten Länge das falsche Verkehrszeichenbild (linksweisend) gezeigt. Die visuellen Vorteile, die zur Einführung der Pfeilbake geführt haben, werden hier zunichte gemacht. Die richtungweisende Wirkung, die schon bei Schraffenbaken nicht beachtet wurde, verliert somit auch bei der Pfeilbake an Bedeutung, bzw. erlangt diese gar nicht erst.

 

Situation bei Dunkelheit

 

Fotomontage: So würde die vorschriftenkonforme Ausführung aussehen. Beim Einsatz von Leitbaken mit Reflexfolien ab Rückstrahlklasse RA2 kann zudem auf die Warnleuchten verzichtet werden (jedoch nur bei Längsabsperrung).

 

Auch in der Gegenrichtung hat man doppelseitige Leitbaken eingesetzt, obwohl die Erfordernisse eindeutig dagegen sprechen.

 

Situation bei Dunkelheit

 

Fotomontage: Die Position der Schutzeinrichtung wurde nicht mit bearbeitet - die Art der Aufstellung ist jedoch auch höchst fragwürdig. Das Auskreuzen der vorhandenen Markierung kann man sich bei vollständig vorhandenen gelben Fahrstreifenbegrenzungen in der Regel sparen, erst recht, wenn die Kreuze mangelhaft ausgeführt sind, wie es hier erfolgt ist.

 

Überleitung auf einer Bundesstraße.

 

Die Gegenrichtung.

 

Überleitung innerorts

 

Die Gegenrichtung.

 

Die andere Seite der Baustelle ist erwartungsgemäß ähnlich "gesichert".

 

Das quasi nicht vorhandene Verschwenkungsmaß (rechte Bildhälfte) rundet den Gesamteindruck ab.

 

Immerhin wurden hier einseitige Leuchten eingesetzt - allerdings macht das auf doppelseitigen Leitbaken nicht wirklich viel Sinn.

 

Fotomontage: Ergänzend könnte die Aufstellung von Zeichen 222 (jeweils rechts vorbei) angeraten sein.

 

Die Gegenrichtung

 

Fotomontage. Da hier kein räumlicher Pufferbereich zur Gegenverkehr vorhanden ist, wäre dies auch ein Anwendungsfall für Leitbaken in der Ausführung doppelseitig rechtsweisend (Fahrbahnmitte). In diesem Fall hätte man nur drei Leitbaken einsetzen müssen.

 

Rückverschwenkung innerorts. Immerhin hat man links den Versuch unternommen, einseitige Leitbaken einzusetzen, ist aber diesbezüglich nicht konsequent geblieben. Auch die Ausrichtung der Leitbaken im Überleitungsbereich ist mangelhaft.

 

einseitige Leitbaken in Einbahnstraßen

 

Auf den Absperrschranken hätten zunächst einseitige rote Warnleuchten eingesetzt werden müssen. Die Leitbaken müssen in dieser Richtung unbeklebt sein. Wäre diese Sperrung fachgerecht ausgeführt, würde man insbesondere bei Dunkelheit nur die beiden Zeichen 267, die Absperrschranken und rote Warnleuchten sehen. Stattdessen vermitteln die gelben Leuchten den Anschein einer halbseitigen Sperrung und die nachfolgenden Leitbaken weisen den Weg in die falsche Richtung. Natürlich verbieten bereits die Zeichen 267 die Einfahrt, aber auch die restliche Gestaltung sollte dem Verbot der Einfahrt gerecht werden, bzw. dieses visuell unterstützen.

 

Auch im weiteren Verlauf der Baumaßnahme, daher im Bereich einmündender Straßen, wird die Sperrung nur durch die Zeichen 267 verdeutlicht. Die Leitbaken bilden hingegen auch in der falschen Richtung eine Fahrgasse. Gerade bei Dunkelheit ist es neben dem Einsatz einseitiger Leitbaken wichtig, Verkehrszeichen, die der Verkehrsführung entgegenstehen, vollständig lichtdicht abzudecken (Zeichen 306 + 401 sowie Zeichen 274).

 

Auch in diesem Fall ist zwar ein Zeichen 267 vorhanden und die Einfahrt entsprechend verboten, doch die Leitbaken verdeutlichen dieses keinesfalls. Die roten Leuchten auf dem Absperrelement sind doppelseitig und demnach auf für die zulässige Gegenrichtung sichtbar. Damit verliert nunmehr auch das rote Dauerlicht seine Bedeutung (Sperrung). Folglich kann man es einem Verkehrsteilnehmer auch nicht verübeln, wenn er hier in falscher Richtung an den roten Leuchten vorbei fährt und sich nachfolgend von den Leitbaken nebst gelben Warnleuchten leiten lässt.

 

Nichts deutet darauf hin, dass man sich in der falschen Richtung einer Einbahnstraßen befindet.

 

Andere Baustelle - gleicher Fehler

 

Fotomontage. So sollte der fachgerechte Einsatz von Leitbaken im Zuge einer Einbahnstraße aussehen. Für das Verbot der Einfahrt sind nur die beiden Zeichen 267, die Absperrschanke, hier in der Ausführung als Arbeitsstellenzaun und die einseitigen roten Warnleuchten relevant. Die Leitbaken hingegen müssen visuell in den Hintergrund treten und dürfen deshalb nur einseitig ausgeführt sein - gleiches gilt für die gelben Warnleuchten.

 

Verbot der Einfahrt und dennoch eine mehr als einladende Verkehrsführung - sogar mit funktionierenden gelben Warnleuchten.

 

Situation bei Dunkelheit

 

einseitige Leitbaken bei Abbiegespuren

 

Sperrung einer Linksabbiegespur mit doppelseitigen, rechts- / linksweisenden Leitbaken. Während für die Gegenrichtung rechtsweisende Schraffen gezeigt werden, was korrekt ist, sieht diese Fahrtrichtung (Fotoperspektive) die linksweisende Seite der Leitbaken.

 

Fotomontage: Eigentlich ist alles ganz einfach. Alle Leitbaken sind einseitig rechtsweisend (für die Gegenrichtung), die letzte Leitbake ist doppelseitig rechtsweisend mit doppelseitiger Warnleuchte und somit an dieser Stelle (Ende der Aufweitung / Zusammenführung der Fahrstreifen) für beide Fahrtrichtungen sichtbar.

 

Auch bei dieser Sperrung einer Linksabbiegespur sind einseitige Leitbaken einzusetzen. Stattdessen wird hier die Bedeutung von Pfeilbaken zunichte gemacht.

 

Fahrstreifensperrung innerorts (Tagesbaustelle, daher keine Warnleuchten).

 

Fotomontage: Auch in diesem Fall erfolgt die Sperrung mit einseitigen, rechtsweisenden Leitbaken und einer doppelseitig rechtsweisenden Bake.

 

Insbesondere bauliche getrennte Fahrbahnen erfordern einseitige Leitbaken - in diesem Fall wären einseitig linksweisende Leitbaken erforderlich (Sperrung der Rechtsabbiegspur). Die Rückseiten (hier rechtsweisend) dürfen nicht sichtbar sein.

 

Bei der Sperrung von Linksabbiegespuren sind einseitig rechtsweisende Leitbaken einzusetzen. Die Rückseiten (hier linksweisend) dürfen nicht sichtbar sein.

 

und weil's so schön ist noch einmal: Die hier sichtbaren (linksweisenden) Rückseiten müssen unbeklebt sein.

 

Aufstellung von Leitbaken allgemein

 

Leitbake im Arbeitsbereich. Eigentlich gehört die Fußplatte auf die Fahrbahn und dann noch 50cm nach links. Die weiße Markierung wurde übrigens mit Farbe aus der Spraydose realisiert. Im Hintergrund sieht man unzureichende Querabstände. Zwischen die vier sichtbaren Leitbaken mit Leuchte gehören vier weitere (eine links, zwei in der Mitte, eine rechts).

 

Versuch der Absicherung einer neu gebauten Querungshilfe. Hier würden eigentlich zwei einseitig rechtsweisende Leitbaken pro Fahrrichtung genügen.

 

Fotomontage: Vielleicht würden die verantwortlichen Behörden öfter einschreiten, wenn sich die kleinen Zeichen 222-Aufkleber auf den Leitbaken plötzlich vergrößern würden. Eine solche Aufstellung von Zeichen 222 würde vermutlich niemand tolerieren - bei Leitbaken ist sie jedoch an der Tagesordnung.

 

Typische Baustellensituation innerorts. Zunächst lernt der Verkehrsteilnehmer, dass gelbe Fahrstreifenbegrenzungen keine Bedeutung haben. Im Bereich der Querabsperrung müssen auf allen Leitbaken Warnleuchten montiert sein. Auf eine passende Fotomontage wurde aus zeitlichen Gründen verzichtet. Danke.

 

Dafür gibt es mit diesem Bild die Erkenntnis, das gelbe Markierungen offensichtlich auch andere gelbe Markierungen aufheben (sollen). Doch zurück zu den Leitbaken:

 

Eine - zumindest konstruktiv - recht gut gelöste Kabelüberführung - im Gehwegbereich sogar als Durchgangsgerüst. Leider ist dort der Abstand zur Fahrbahn zu gering (mindestens 30cm sind gefordert) - also wäre hier zunächst eine Sicherung gegenüber der Fahrbahn erforderlich (mittels Leitbaken auf der Fahrbahn). Stattdessen wurden Leitbaken am Gerüst selbst befestigt und dienen offensichtlich der Kennzeichnung für Fußgänger. Allerdings sind Leitbaken auf Geh- und Radewegen unzulässig - so auch hier. Korrekt wären Elemente mit dem Bild der Absperrschranke (Z 600) - und damit die erwähnte Schutzbake. Warum die Radfahrer in absteigen sollen (rechts im Bild ist) nicht nachvollziehbar. Es würde an dieser Stelle genügen, sie gesichert (z.B. durch Markierungen) auf die Fahrbahn zu führen.

 

Heben Leitbaken eigentlich vorhandene weiße Markierungen auf? Antwort: Nein. Und so lernt der Verkehrsteilnehmer an solchen Stellen, dass Markierungen und insbesondere Fahrsteifenbegrenzungen lediglich Empfehlungen darstellen, die keinerlei verkehrsrechtliche Relevanz besitzen. Korrekt wären hier mindestens vorübergehende gelbe Markierungen, da diese die weißen Markierungen aufheben.

 

Natürlich haben auch Sperrflächen keine Bedeutung. Wenn unser PKW-Fahrer aber das nächste Mal unter Polizei-Beobachtung eine Sperrfläche z.B. zum Überholen überfährt, soll das auf einmal wieder falsch sein. Genau so wird das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer gefördert.

 

In den Wochen vor einer Verkehrsfreigabe (hier der im Hintergrund sichtbare Tunnel), zeigen insbesondere die ausführenden Markierungs- und Schutzplankenfirmen, was sie unter fachgerechter Absicherung verstehen.

 

vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts vorbei...

 

...vier Jahre später - nichts dazugelernt.

 

Markierungsarbeiten erfordern stets besondere Lösungen - wie hier eine komplett falsch weisende Längsabsperrung.

 

unzureichendes Verschwenkungsmaß im Zuge einer Fahrstreifensperrung

 

In diesem Fall hätte man das außerorts vorgesehene Verschwenkungsmaß von 1:10 problemlos anwenden können. Stattdessen wurden die Leitbaken mit einem Verschwenkungsmaß von etwa 1:1 aufgestellt, was allenfalls im innerörtlichen Nebenstraßennetz vertretbar wäre.

 

Von Verschwenkung kann im Hinblick auf die eigentlichen Erfordernisse keine Rede sein.

 

Der Knotenpunkt in der Planansicht - die schwarzen Rechtecke stehen für die Fußplatten der Leitbaken. Das eingesetzte Verschwenkungsmaß beträgt etwa 1:2 - gefordert und sachgerecht ist hingegen 1:10. Die graue Linie verdeutlicht den Fahrweg der Fahrzeuge. Diese werden erst auf die gesperrte Geradeausspur geführt und müssen anschließend auf die Linksabbiegespur wechseln.

 

Fachgerechte Ausführung mit einem Verschwenkungsmaß von 1:10, angepasst an den Verlauf der Fahrbahn. Die Leitbaken werden bereits am Beginn der Aufweitung aufgestellt und stehen parallel zur Fahrstreifenbegrenzung (rote Linie). Somit wird der Verkehr nicht erst auf die gesperrte Geradausspur geführt, sondern gleich auf die Linksabbiegespur. Der Wechsel des Fahrstreifens erfolgt unmerklich. Natürlich werden für eine solche Lösung mehr Leitbaken benötigt und die Aufstellung erfordert eine größere Sorgfalt.

 

Links vorbei oder rechts vorbei? Auch ist die Aufstellung der Leitbaken in Bauzaun-Füßen nicht TL-konform.

 

Kleine Leitbaken (500x125mm) sind auch in einseitiger Ausführung erhältlich und hier eigentlich auch erforderlich.

 

Da die fachgerechte Aufstellung von Verkehrszeichen in der Praxis hochproblematische, nahezu unlösbare Anforderungen darstellen, werden gescheiterte Versuche wie diese häufig mit Leitbaken ausgeschmückt, um die entstandenen Hindernisse wenigstens irgendwie zu sichern. Zunächst sollte man es generell vermeiden, Verkehrszeichen auf Radwegen aufzustellen. Ist dies unumgänglich, sind stets die Mindestbreiten (0,80m) und Aufstellhöhen (2,20m) einzuhalten. Mit einer schmalen Aufstellvorrichtung und einer verkleinerten Ausführung der Tafel, wäre man einer fachgerechten Lösung recht nahe. Stattdessen hat man sich hier zunächst dazu entschieden - entgegen den Vorschriften - Leitbaken auf dem Radweg aufzustellen. Diese weisen nicht nur für den Verkehr auf der Fahrbahn in die falsche Richtung, sie leiten den Radfahrer auf den Gehweg, wo er genau genommen nichts zu suchen hat und ggf. mit dem nachfolgenden Verkehrszeichenpfosten kollidiert. Die Gesamtumstände dieser Lösung haben letztendlich dazu geführt, dass diese Konstruktion nochmals umgebaut und versetzt werden musste.

 

Am neuen Standort wäre eigentlich genug Platz, die erwähnte schmale Aufstellvorrichtung einzusetzen. Stattdessen hat man den vorhandenen quadratischen Ständer belassen. Zwar wurde der Hinweis zur Verwendung eine kleineren Tafel umgesetzt, aber ohne die dadurch entstehenden Vorteile zu nutzen um die Tafel höher zu setzen (geringere Windlast). Die kleinere Tafel hätte auch einen größeren Seitenabstand zur Fahrbahn zur Folge gehabt (vorgeschrieben sind mindestens 30cm), doch hat man die Konstruktion der Vorwarnleuchten (eigentlich hätte auch eine genügt) so belassen wie sie war. In der Folge ist vermutlich ein LKW mit dem in den Lichtraum der Fahrbahn ragenden Kragarm der Leuchten kollidiert - mit dem abgebildeten Ergebnis. Die obligatorische Leitbake darf hier natürlich auch nicht fehlen - auf der Fahrbahn wäre sie in diesem Fall jedoch besser aufgehoben.

 

Sofern dieser Trampelpfad einen Geh- und Radweg darstellen soll (das Schild sagt dies zumindest), sind  Leitbaken auch hier unzulässig - genau wie das zur Wäscheleine verdrillte Flatterband. Korrekt wäre der Einsatz von mobilen Absturzsicherungen, die hier jedoch nur zur Querabsperrung verwendet wurden. Die auf der Fahrbahn eingesetzten Leitbaken stehen zu dicht an der Aufgrabung.

 

Auch an dieser Stelle wurde ein provisorischer Gehweg mit Leitbaken eingerichtet, obwohl diese nur zur Verkehrsführung auf der Fahrbahn vorgesehen sind.

 

Ein klarer Fall von "besser als nix"

 

Baugerüst als Aufstellvorrichtung für Leitbaken = kein Sicherheitsabstand zur Fahrbahn. Die zweite Leitbake ist versteckt unter dem Gerüstnetz.

 

unzulässige Kombinationen (TL-Leitbaken)

 

An dieser Stelle fehlt die Markierung - entsprechend wurde die Trennung der Fahrtrichtungen durch Leitbaken vorgenommen. Hierzu sind doppelseitig rechtsweisende Leitbaken erforderlich, die hier auf den ersten Blick auch vorhanden sind. Tatsächlich wurden jedoch jeweils zwei rechts- / linksweisende Leitbaken hintereinander in eine Fußplatte gesteckt, so das jeweils nur die rechtsweisende Seite sichtbar ist. Die jeweils linksweisenden Seiten sollen sich gegenseitig verdecken.

 

Derartige Lösungen sind nicht mit den Anforderungen an die passive Sicherheit vereinbar und deshalb unzulässig. Insbesondere die Montage mit dem Lampenstutzen in der Fußplatte ist keinesfalls fachgerecht. Die eingesetzten Leitbaken (linkes und rechtes Bild) sind zudem nicht für WL-Batteriekombinationen (hier Nissen Bakolight) freigegeben.

 

Natürlich werden in der Praxis nicht nur doppelseitig rechtsweisende Leitbaken "simuliert", sondern auch einseitige Leitbaken, so wie bei dieser Sperrung einer Linksabbiegespur. Nachdem anfänglich auch hier rechts- / linksweisende Leitbaken zum Einsatz kamen, hatte die geforderte Nachbesserung zur Folge, dass - mangels einseitig rechtsweisender Leitbaken - kurzerhand einseitig linksweisende Leitbaken zum Verdecken der Rückseite eingesetzt wurden. Auch diese Lösung entspricht nicht den Technischen Lieferbedingungen für Leitbaken.

 

Zunächst ist bei dieser Autobahnbaustelle kein Fehler offensichtlich - dennoch wurde die Längsabsperrung nicht fachgerecht ausgeführt...

 

Die eingesetzten Leitbaken sind nur zusammen mit der passenden Wemas-Fußplatte (Kennzahl 92) freigegeben - eingesetzt wurden stattdessen Fußplatten von Horizont/Klemmfix (Kennzahl 35). Hierbei geht es jedoch nicht allein um unterschiedliche Nummern - wichtig ist in diesem Fall, dass der erforderliche Sicherungsstift bei dieser Fußplatte nicht eingesetzt werden kann und folglich fehlt. Das System ist daher nicht TL-konform kombiniert - die Leitbake kann beim Unfall aus der Fußplatte gerissen werden.

 

Auch bei dieser Baumaßnahme wurden die Leitbaken nicht TL-konform kombiniert.

 

Die eingesetzten Fußplatten haben die Kennzahlen 30, 31 und 33 - die Bake hingegen erfordert Fußplatten mit der Kennzahl 92. Folglich geht es wie im oben gezeigten Beispiel nicht allein um die Tatsache, dass 30 nicht 92 ist, sondern vor allem darum, dass auch in diesem Fall der notwendige Sicherungsstift fehlt.