Fachbegriffe
Leitbaken zählen zu den Verkehrseinrichtungen und werden unter der VZ-Nummer 605 geführt. In der Praxis wird auch die Bezeichnung Warn- oder Absperrbake angewandt - hier gilt es allerdings zu unterscheiden, welche Ausführung tatsächlich gemeint ist. Während der umgangssprachliche Begriff "Absperrbake" keine Fachbezeichnung darstellt, gibt es "Warnbaken" tatsächlich, in Form von übergroßen Ausführungen der Leitbaken. Die klassische Leitbake im Sinne der RSA hat eine Standardgröße von 1000x250mm. Warnbaken hingegen haben entweder die doppelte Höhe einer Leitbake (daher 2000x250mm) oder sind in der Ausführung als sog. Warnlichtbake deutlich größer (2500x500mm).

Mit der Einführung der Pfeilbake wurde zudem eine weitere Unterscheidung erforderlich. Folglich werden die klassischen Leitbaken nunmehr in Pfeil- und Schraffenbaken unterteilt. In der Praxis ist zudem eine weitere Ausführung zu finden, die sog. Schutzbake. Sie ist bisweilen aber noch keine amtliche Verkehrseinrichtung - mehr dazu später.

 

Pfeilbake Schraffenbake

 

Varianten der Reflexfolien
Das Verkehrszeichenbild von Leit- und Warnbaken muss ungeachtet der verschiedenen Größen und Ausführungen stets voll retroreflektierend ausgeführt sein. Während insbesondere auf Autobahnen schon lange Zeit die Rückstrahlklasse RA2 (ehem. Typ II) zum Standard gehört, werden im übrigen Straßennetz vor allem Leitbaken mit Reflexfolien der Rückstrahlklasse RA1 (ehem. Typ I) eingesetzt.

Hierzu ist zu sagen, dass diese Folien ihre Funktion zweifellos erfüllen - allerdings ist die Wahl der Reflexfolie an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und kein Zufallsprodukt. Während im innerörtlichen Nebenstraßennetz die Klasse RA 1 ausreichend ist, sollten auf verkehrsbedeutenden Straßen stets Leitbaken der Klasse RA 2 zum Einsatz kommen. Hier sind vor allem Bundes- und Landstraßen zu nennen. Eine gute Orientierung bietet zudem die vor Ort vorhandene Beschilderung - ist diese in der Klasse RA 2 oder höherwertiger ausgeführt, versteht sich der Einsatz einer lichttechnisch passenden Arbeitsstellenbeschilderung eigentlich von selbst.

Der Einsatz von Leitbaken mit Reflexfolien der Klasse RA2 ermöglicht zudem den Verzicht auf Warnleuchten bei Längsabsperrungen - das letzte Wort hat hier jedoch die anordnende Behörde. Es ist geplant, im Anwendungsbereich der RSA künftig nur noch Leitbaken der Klasse RA 2 einzusetzen. Dies sollte bei Neuanschaffungen schon jetzt beachtet werden.

 

verschiedene Reflexfolien und deren Kennzeichnung

 

 

 

 

RA1 Aufbau A

RA 2 Aufbau B

 

Größen und Ausführungen

 

Leitbaken

Sonderformen

Warnbaken

Schraffenbake

Pfeilbake

Fahrbahnteiler

Schutzbake

Warnbake

Warnlichtbake

Warnlichtbake
mit Zeichen 222

 

 

 

 

 

 

 

1000x250mm

1000x250mm

1000x250mm

1000x250mm

2000x250mm

2500x500mm

2500x500mm

Z 605-10

Z 605-11

-

-

Z 605-12

Z 605-13

Z 605-14

 

verkleinerte Ausführung von Pfeil- und Schraffenbaken
Wie bereits erläutert beträgt die Regelgröße von Leitbaken 1000x250mm. Es existieren aber auch Varianten in verkleinerter Ausführung. Hierbei handelt es sich üblicherweise um Leitbaken, die auf Leitschwellen und Leitbord zum Einsatz kommen, oder zur Kennzeichnung von Bauzäunen und transportablen Schutzeinrichtungen dienen. Die typischen Maße sind 750x187,5mm (75%), sowie 500x125mm (50%) - jeweils im Bezug auf die Standardgröße 1000x250mm (100%).

Leitbaken in verkleinerter Ausführung sind in Kombination mit Leitschwellen oder Leitbord insbesondere auf Autobahnen im Bereich von Einfädelungs- und Ausfädelungsstreifen vorgesehen. Beim Ausfädelungsstreifen dienen sie der visuellen Unterscheidung von der Längsabsperrung (Hier befindet sich die Ausfahrt), bei Einfädelungsstreifen verbessern sie die Sichtbeziehungen erheblich. Der Verkehrsteilnehmer kann über die kleinen Baken hinweg schauen und so den Verkehr auf der Hauptfahrbahn besser beobachten bzw. einschätzen.

In dieser Praxis ist jedoch festzustellen, dass auch diese sensiblen Bereiche mit konventionellen Leitbaken (1000x250mm) ausgerüstet werden. Darunter leidet sowohl die intuitive Begreifbarkeit der Verkehrsführung, als auch die Verkehrssicherheit durch Einschränkung der Sichtbeziehungen.

 



Angaben in mm

 

Leitbaken mit dem Bildmaß 750x187,5mm sind insbesondere zur Verkehrsführung im Rahmen von Nachtbaustellen vorgesehen, können aber auch in vielen anderen Fällen zur Gestaltung einer Längsabsperrung eingesetzt werden. Sie sind üblicherweise in der Ausführung als Klappbake erhältlich und verstehen sich als Pendant zum Leitkegel.

 

Signalbild / Leitwirkung
Leitbaken verbieten gemäß StVO das Befahren der so gekennzeichneten Straßenfläche und leiten den Verkehr an dieser Fläche vorbei. Entsprechend haben sie richtungweisende Eigenschaften, obgleich sich diese -verkehrsrechtlich gesehen- nicht mit der vorgeschriebenen Vorbeifahrt im Sinne von Zeichen 222 vergleichen lassen. Das ist letztendlich auch gut so, denn so mancher Verkehrsteilnehmer würde im Arbeitsbereich oder im Gegenverkehr landen, wenn er den oft falsch aufgestellten Leitbaken bedingungslos folgen würde. Dies ist letztendlich ist aber kein Grund, bei der Ausstellung von Leitbaken auf die gebotene Sorgfalt zu verzichten.

 

rechtsweisend
(Aufstellung links, rechts vorbei)

 

 

 

linksweisend
(Aufstellung rechts, links vorbei)

 

rechtsweisend / linksweisend
Die korrekte Bezeichnung und Auswahl von Leitbaken bezieht sich im Sinne des VzKat stets auf den Aufstellort, woraus sich letztendlich auch die Richtung der Vorbeifahrt ergibt. Man unterscheidet daher grundsätzlich zwischen Aufstellung rechts und Aufstellung links. In der Praxis und vor allem in den Katalogen und Prospekten der Hersteller werden jedoch oft die Begriffe "rechtsweisend" und "linksweisend" angewandt. Diese Bezeichnung ist mehr als  zweckmäßig und wird daher auch im Rahmen der nachfolgenden Erläuterungen genutzt.

 

Z 605-20

Z 605-21

 

 

 

Z 605-11

Z 605-10

 

Ausführungen

doppelseitige Leitbaken - Ausführung rechts- / linksweisend
Arbeitsstellen werden in der Praxis üblicherweise mit doppelseitigen Leitbaken ausgestattet - in der Regel in der Ausführung rechts- / linksweisend. Der hohe Anteil an diesen Baken liegt maßgeblich in dem Vorteil begründet, die Richtung der Vorbeifahrt durch einfaches Drehen um die vertikale Achse ändern zu können, was insbesondere bei der Planung sowie bei Auf- und Umbau der jeweiligen Verkehrsführungen genutzt wird. Wenn an einer Arbeitsstelle z.B. 300 Baken geplant sind, dann werden einfach 10 Paletten doppelseitige Leitbaken nebst Fußplatten aufgeladen. Vor Ort können diese dann je nach Bedarf positioniert bzw. ausgerichtet werden. Wird die Verkehrsführung mit dem Baufortschritt angepasst bzw. geändert, lässt sich dies mit doppelseitigen Leitbaken auch sehr einfach bewerkstelligen. So kann der Verkehr z.B. bei Teilsperrungen leicht auf die andere Fahrbahnseite umgelegt werden - die Baken werden hierzu einfach gedreht - siehe Abbildung. Das genau diese Leitbaken aber im Sinne der RSA eigentlich die Ausnahme darstellen, ist oftmals unbekannt. In vielen Fällen werden die eindeutigen Vorschriften aber auch nur gekonnt ignoriert, in der Regel mit Duldung durch die zuständigen Behören - so wie im nachfolgendem Foto:

 

Richtungsänderung durch Drehen
(rechts- / linksweisend)

 

Negativbeispiel: Chaos aus rot-weißen Schraffen im Überleitungsbereich. Auf Autobahnen gibt es in der Regel keinen sachgerechten Anwendungsfall für Leitbaken in der gezeigten Ausführung (doppelseitig rechts- / linksweisend). Folglich sind vor allem auf Autobahnen bzw. auf autobahnähnlichen Straßen (Richtungsfahrbahnen) in der Regel nur einseitige Leitbaken einzusetzen - daher entweder linksweisend oder rechtsweisend - jeweils mit unbeklebter Rückseite. Ausgenommen davon sind kleine Leitbaken auf Trennstreifen oder transportablen Schutzeinrichtungen in der Fahrbahnmitte - daher zur Trennung der Verkehrsströme.

 

Die erwähnte Flexibilität bei der Aufstellung hat zur Folge, dass doppelseitige Leitbaken (rechts-/linksweisend) nahezu ausschließlich zum Einsatz kommen, auch dort, wo die beklebte Rückseite eigentlich nicht erwünscht ist (Foto). In solchen Fällen sind stattdessen einseitige Leitbaken in der entsprechenden Ausführung (rechtsweisend oder linksweisend) einzusetzen. Doppelseitige Leitbaken in der Ausführung rechts- / linksweisend, werden nur dann verwendet, wenn die gleiche Fahrbahn auch vom Gegenverkehr benutzt wird und dieser nicht durch Markierungen oder bauliche Leitelemente abgetrennt ist. Dagegen sind insbesondere auf Autobahnen in der Regel einseitige Leitbaken einzusetzen.

 

doppelseitige Leitbaken - Ausführung rechts- / rechtsweisend
Überall dort, wo Gegenverkehrsströme durch Leitbaken räumlich getrennt werden sollen, z.B. beim Einsatz von Leitschwellen oder Leitborden, werden doppelseitig rechtsweisende Leitbaken eingesetzt. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten rechts- / linksweisenden Baken, sind in diesem Fall beide Seiten sind mit rechtsweisender Folie beklebt.

Der Einsatzort dieser Leitbaken ist daher in aller Regel die Fahrbahnmitte. Bei rechts- / rechtsweisenden Schraffenbaken bewirkt sowohl das Drehen um die vertikale Achse, das unzulässige "auf den Kopf stellen" (Lampenstutzen in der Fußplatte), als auch das zulässige Wenden um die horizontale Achse (bei Wendebaken), keine Richtungsänderung. Die Leitbake bleibt also in diesem Fall immer rechtsweisend.

 

keine Richtungsänderung durch Drehen
(rechts- / rechtsweisend)

 

Diese spezielle Ausführung soll in der Regel nur in der Längsabsperrung angewandt werden (zur Trennung vom Gegenverkehr, insbesondere auf Leitschwellen bzw. Trennstreifen). Bei Überleitungen könnte man sie anstelle von einseitigen Leitbaken auch als Querabsperrung einsetzen, allerdings sind hier in der Regel räumliche Pufferbereiche zum Gegenverkehr vorgesehen, so das auch in diesem Fall einseitige Leitbaken einzusetzen sind. Andernfalls entsteht eine Situation wie im nachfolgenden Foto:

 

Negativbeispiel: unzweckmäßiger Einsatz doppelseitig rechtsweisender Leitbaken. Auch hier müssen alle Leitbaken einseitig sein, mit Ausnahme der ersten Bake vorn links. Diese Leitbake ist als einzige doppelseitige rechtsweisend auszuführen, weil sie sich an beide Verkehrsrichtungen wendet und sowohl den Verkehr in Blickrichtung Kamera als auch den Gegenverkehr jeweils rechts an ihr vorbei leitet.

 

einseitige Leitbaken
Überall wo der Verkehr nur in eine Richtung fließt, z.B. in Einbahnstraßen, auf Richtungsfahrbahnen, sowie an Stellen, wo der Gegenverkehr bereits durch Fahrstreifenbegrenzungen abgetrennt ist (z.B. Abbiegespuren), sind einseitige Leitbaken einzusetzen. Wird diese Festlegung nicht berücksichtigt, wird je nach Situation ein falsches Signalbild gezeigt, was zur Irritation der Verkehrsteilnehmer führen kann. Bei Einbahnstraßen bekommt dann die eigentlich gesperrte Richtung (Zeichen 267) eine Fahrgasse gezeigt - im schlimmsten Fall noch mit doppelseitigen gelben Warnleuchten. In Überleitungsbereichen, insbesondere auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen, entsteht ein chaotisches Gesamtbild aus rot-weißen Streifen. Bei der Sperrung von Linksabbiegespuren wird der Gegenrichtung jeweils das falsche Bakenblatt gezeigt. Angesichts dieser Verfehlungen brauchen sich die Verantwortlichen nicht wundern, dass die Verkehrsteilnehmer auch gerne mal zwischen Bakenreihen hindurch fahren. Das jeweilige Fehlverhalten beruht maßgeblich auf Unwissenheit und Ignoranz, ist aber teilweise auch hausgemacht. Anschauliche Beispiele zum Thema einseitige Leitbaken finden Sie in der Bildergalerie.

 

einseitige Leitbake
(rechtsweisend)

einseitige Leitbake
(linksweisend)

 

Positivbeispiel: Sperrung einer Linksabbiegespur mit einseitigen, rechtsweisenden Leitbaken. Die letzte Leitbake wurde doppelseitig rechtsweisend ausgeführt, da sie sich an dieser Stelle an beide Verkehrsrichtungen wendet. Genau so werden Linksabbiegespuren fachgerecht gesperrt - perfekt!

 

Der fachgerechte Einsatz von Leitbaken ist nur dann gegeben, wenn Planung, Materialauswahl und letztendlich auch die Wartung auf die jeweilige Verkehrsführung abgestimmt sind. Eine korrekt aufgestellte Leitbake macht zwar aus einem überforderten Verkehrsteilnehmer keinen Profifahrer, die intuitive Begreifbarkeit einer Verkehrsführung wird jedoch wesentlich verbessert. Auch die in den letzten Jahren geführte Diskussion um Geisterfahrer auf Autobahnen muss ein Umdenken in der Beschilderungspraxis von Arbeitsstellen befördern. Zwar kann eine einseitige Leitbake keine (vorsätzlichen) Geisterfahrten unterbinden - doch ist es manchmal sachgerecht, wenn man anstelle von Neuerungen wie neongelben Hinweistafeln, zusätzlichen Pfeilen, roten LED-Markierungsknöpfen oder Fahrbahnkrallen einfach mal die Einrichtung von Arbeitsstellen auf die Einhaltung der seit Jahrzehnten gültigen Vorschriften überprüft. Doch nun weiter im Text, mit den Bildausführungen von Leitbaken.

 

Schraffenbaken
Wie bereits beschrieben stellen rechts- / linksweisende Schraffenbaken bisweilen die Mehrheit im deutschen Straßenverkehr dar. Die Richtungsänderung durch Drehen um die vertikale Achse (ggf. mit Fußplatte), macht sie zur ersten Wahl von Bauunternehmen und Verkehrssicherungsfirmen - einhergehend mit den beschriebenen Nachteilen überall dort, wo gemäß den einschlägigen Vorschriften eigentlich einseitige Leitbaken eingesetzt werden müssten.

Ausführung als Wendebake
Schraffenbaken sind auch in der Ausführung als Wendebake erhältlich - in der Regel mit einem 40er und einem 60er Schaft zur Aufnahme in Fußplatten - in diesem Fall üblicherweise ohne TL-Zulassung. Das Wenden um die horizontale Achse hat auf das Signalbild keinen Einfluss. Eine einseitig linksweisende Schraffenbake (Abbildung) zeigt also immer nach links, auch wenn sie auf dem Kopf steht. Insofern bieten Wendebaken mit Schraffenfolie keinen nennenswerten Vorteil für den Anwender - mit Ausnahme des weiteren Einsatzes, wenn ein Stutzen beschädigt ist.

 

keine Richtungsänderung bei
einseitigen Wendebaken mit Schraffenfolie

 

Pfeilbaken
Pfeilbaken haben ihren Ursprung in der Kurvenleittafel und besitzen im Vergleich zu den bisher verwendeten Schraffenbaken eine deutlich bessere visuelle Wirkung. Im Praxiseinsatz gibt es jedoch unterschiedliche Auffassungen zum Anwendungsbereich dieser Baken. In einigen Fällen werden bzw. wurden sie nur in kritischen Bereichen wie z.B. Überleitungen oder Kurven eingesetzt, da sich eine solche Anwendung auch mit der Verwandtschaft zur Kurvenleittafel begründen lässt. Inzwischen wird jedoch bei vielen Arbeitsstellen auch die Längsabsperrung mit Pfeilbaken ausgeführt, daher wird im gesamten Arbeitsstellenbereich nur eine Gestaltungsvariante eingesetzt.

Es bleibt die Frage, ob man mit dieser Vorgehensweise nicht ein wertvolles Mittel zur Verkehrslenkung in seiner Bedeutung zu sehr abschwächt. Sicherlich besteht in der Praxis die Gefahr, einer Vermischung von herkömmlichen Leitbaken und Pfeilbaken innerhalb einer Quer- oder Längsabsperrung. Allerdings ist der Ursprung dieser Probleme eher beim Baustellenpersonal zu suchen und auf fehlende Kontrollen zurückzuführen. Es gibt derzeit das Bestreben, im Anwendungsbereich der RSA ausschließlich Pfeilbaken einzusetzen - entsprechend wären die bisher eingesetzten Schraffenbaken nach einer Übergangsfrist unzulässig. Ob diese Änderung in der Praxis jemals durchgesetzt werden kann, ist jedoch mehr als fraglich.

 

Von der Kurvenleittafel
zur Pfeilbake

 

Gestaltung / Signalbild
Inzwischen wurde die Pfeilbake im Rahmen des StVO-Neuerlasses von April 2013 offiziell eingeführt und ist damit bundesweit anordnungsfähig. Bei geplanten Neuanschaffungen ist jedoch auf die unterschiedlichen Ausführungen zu achten. Die überwiegend in Österreich existierende Variante mit 55% bzw. 60% Rotanteil wird selbstverständlich auch in Deutschland angeboten. Trotz der geringfügigen Abweichung im Erscheinungsbild sollte diese Variante hier jedoch nicht zur Anwendung kommen, da sie nicht der StVO entspricht.

Der Variante mit 55% bzw. 60% Rotanteil wird eine bessere Tagessichtbarkeit zugeschrieben, obgleich sich dadurch der Rückstrahlwert bei Dunkelheit verschlechtert. Weiß retroreflektierende Flächen liefern immer noch die besten Werte, insofern ist - auch im Hinblick auf die verkehrsrechtliche Anordnung - der Einsatz der StVO-Variante mit gleichen Anteilen von Rot und Weiß zu bevorzugen.

 

gemäß StVO

60% Rotanteil

 

Ausführung als Wendebake
Pfeilbaken sind auch in der Ausführung als Wendebake erhältlich. Das Wenden um die horizontale Achse hat im Gegensatz zu Schraffenbaken Einfluss auf das Signalbild - eine einseitig linksweisende Pfeilbake zeigt also nach dem Wenden nach rechts. Damit besteht nunmehr die Möglichkeit, verstärkt einseitige Leitbaken einzusetzen, ohne die bisher damit verbundenen Nachteile wie doppelte Lagerhaltung / Transport usw. Daher werden mit diesem Produkt insbesondere die ökonomischen Interessen bedient, welche bislang den Einsatz von einseitigen Leitbaken - entgegen den Vorschriften und jeder verkehrstechnischen Fachkompetenz - verhinderten.

Allerdings ist die Anzahl von TL-geprüften Wendebaken noch recht überschaubar. Hier ist die Industrie gefragt, entsprechende Produkte weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang ist der Hinweis unerlässlich, dass konventionelle Pfeilbaken (mit Lampenstutzen) nicht einfach auf den Kopf gestellt werden dürfen, um eine Richtungsänderung herbeizuführen. Der Lampenstutzen gehört keinesfalls in die Fußplatte. Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Rubrik TL-Leitbaken.

 

Richtungsänderung bei einseitigen
 Wendebaken mit Pfeilfolie

 

Sonderausführung Fahrbahnteiler / Leitplatte
Dort wo die Fahrstreifen einer Verkehrsrichtung aufgeteilt werden, kommt üblicherweise Zeichen 605-30 zur Anwendung, daher eine beidseitig "abweisende" Leitplatte (aus Aluminiumblech). Die Aufstellung von beidseitig vorbei weisenden Zeichen 222 ist generell unzulässig. Entsprechend enthalten auch die jeweiligen Regelpläne Leitplatten an den Inselspitzen.

Die Leitplatte ist (als Alu-Verkehrszeichen) jedoch problematisch, da sie - je nach Montage - keine passive Sicherheit bietet. Hier könnte man sich stattdessen mit zwei nebeneinander stehenden Leitbaken behelfen - doch reicht der Platz unmittelbar an der Fahrbahnteilung oft nicht aus. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine Sonderausführung der Leitbake einzusetzen, die in Anlehnung an Zeichen 605-30 gestaltet ist. Die abgebildete Variante ist als Idealvariante hinsichtlich der Aufteilung der Schraffen zu verstehen.

Diese Ausführung ist streng genommen nicht anordnungsfähig, jedoch ist im Sinne der passiven Sicherheit der Einsatz dieser Variante anstelle von Alu-Leitplatten denkbar und ausdrücklich zu empfehlen.

 

Sonderausführung "Fahrbahnteiler"

 

Sonderausführung Schutzbake
Die hier gezeigte Ausführung hat eine besondere Stellung unter den Baken, da sie keine "Richtungsweisung" besitzt. Man kann sie mit einer hochgestellten Absperrschranke oder mit einem Leitkegel vergleichen. Ein ähnliches Produkt gab es schon einmal, die Nissen Kegelbake. Die Schutzbake ist also nur bedingt innovativ. Wichtig ist jedoch die Möglichkeit zur Kennzeichnung von Aufstellvorrichtungen im Bereich von Geh- und Radwegen. Dort dürfen konventionelle Leitbaken grundsätzlich nicht eingesetzt werden, obgleich auch hier die Praxis bisher andere Wege geht.

Die Schutzbake kann z.B. an Aufstellvorrichtungen für Verkehrszeichen oder von temporären Lichtsignalanlagen zum Einsatz kommen, also überall dort, wo Hindernisse im Bereich von Geh- und Radwegen gekennzeichnet werden sollen und eine Absperrschranke (Z 600) zu breit und damit unzweckmäßig wäre. Die Schutzbake ist jedoch auch nach dem StVO-Neuerlass von April 2013 noch kein offizielles Verkehrszeichen. Eine Aufnahme in die RSA ist bisweilen nicht geplant.

 

Sonderausführung "Schutzbake"

 

Wichtiger Hinweis:
Schutzbaken ersetzten nicht die sorgfältige Planung und fachgerechte Aufstellung von Verkehrszeichen oder Masten von temporären Lichtsignalanlagen. Sie rechtfertigen nicht das gedankenlose Blockieren von Geh- und Radwegen durch Aufstellvorrichtungen jedweder Art. Denn insbesondere auf Gehwegen bewegen sich nicht nur (schlanke) Fußgänger, sondern auch Gehbehinderte mit Rollstühlen, Personen mit Kinderwagen oder Rollatoren. An erster Stelle steht immer die uneingeschränkte Nutzung der jeweiligen Verkehrsflächen und damit die Wahrung der vorgeschrieben Mindestbreiten. Daran ändert auch die Schutzbake nichts.

 

Warnbaken und Warnlichtbaken
Warnbaken haben auf Grund ihrer Größe vor allem Vorteile im innerörtlichen Bereich und sind vornehmlich dort vorgesehen, wo konventionelle Leitbaken von vorausfahrenden Fahrzeugen (PKW) verdeckt werden können. Die jeweiligen Hindernisse sind daher im Idealfall auch für die nachfolgenden Fahrzeugführer rechtzeitig sichtbar, so das diese ihr Fahrverhalten anpassen können. Ein klassisches Anwendungsgebiet sind Fahrstreifensperrungen in Kreuzungsbereichen im innerörtlichen Straßennetz. Trotz dieser Vorteile werden Warnbaken doch recht selten eingesetzt, was offenbar im zu spezifischen Anwendungsgebiet begründet ist.

 

konventionelle Warnbaken
konventionelle Warnbaken (Schraffenbaken mit doppelter Höhe) werden üblicherweise ortsfest in der Funktion als Leitmal eingesetzt, z.B. zur Kennzeichnung von Lichtraumeinschränkungen in schmalen Ortsdurchfahrten.

 

Warnbake im Bereich einer schmalen Ortsdurchfahrt

 

Warnlichtbaken
Im Sinne der RSA kommen Warnbaken üblicherweise in der Ausführung als Warnlichtbake zum Einsatz. Insbesondere bei Arbeiten im Schienenbereich von Straßenbahnen, kommt es auf die oben beschriebenen Vorteile einer rechtzeitigen Warnung (über vorausfahrende PKW hinaus) an - ansonsten landet der ein oder andere Verkehrsteilnehmer im offenen Gleisbett.

Die im Verkehrszeichenbild enthaltenen gelben Punkte sind stellvertretend für die Optiken von gelben Warnleuchten - bei einer echten Warnlichtbake sind diese also fest ins Verkehrszeichenbild montiert, oder die Tafel hat an der jeweiligen Stelle ein kreisrundes Loch, durch das eine dahinter montierte Warnleuchte hindurchleuchtet.

Nun gibt es aber auch Anwender, die Warnlichtbaken bei Schilderwerken bestellen, ohne das die eigentliche Funktion (aktives Licht) gegeben ist. Anstelle der Warnleuchten befinden sich dann - wie in der StVO-Abbildung - lediglich gelbe Punkte. Diese Variante entspricht (rein bildlich) der StVO, ist aber hinsichtlich des eigentlichen Einsatzzwecks mehr als fragwürdig.

 

fragwürdige Warnlichtbake ohne Licht (nur gelbe Punkte)